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  • 17.02.2017, 18:03 Uhr17.02.2017, 17:30 Uhr
Bad Kreuznach

Auf Lokalbesuch folgten heftige Beschwerden: Wirtin vor Gericht

Notaufnahme
(Symbolfoto)
dpa

 Eine junge Frau, die drei Wochen zuvor Mutter geworden war, hatte nachts massiven Brechdurchfall, sodass sie einen Zusammenbruch erlitt und ins Krankenhaus musste, wo sie erneut kollabierte. Sie bekam eine Infusion und wurde vom Hausarzt weiterbehandelt.

Wie ihr Lebensgefährte ergänzte, erlitt seine Partnerin einen Gewichtsverlust von drei Kilogramm in der ersten schlimmen Nacht. Er hatte nur ein Schnitzel und weder von dem Dip noch vom Salat gegessen und war völlig beschwerdefrei. Eine Schwester der jungen Mutter und deren Lebensgefährte hatten dagegen ebenfalls die Vorspeise mit Dip gewählt und ebenso Brechdurchfall, der sie zur Bettruhe zwang.

Heftige Nachwirkungen zeigten sich nach dem Essen außerdem bei der Mutter der beiden jungen Frauen und deren Mann. Der 73-Jährige hatte schon in der ersten Nacht nach dem Gaststättenbesuch unerträgliche Schmerzen und musste sich ärztlich behandeln lassen. „Der Doktor meinte, das ist hundertprozentig eine Lebensmittelvergiftung“, sagte der Zeuge. Ihm erschien es zudem verdächtig, dass die Bedienung sich mehrmals erkundigt hatte, wie das Essen geschmeckt habe. Seine Frau hatte zwei Tage lang Beschwerden durch Magenkrämpfe. Bei einem weiteren Gast stellten sich die Beschwerden erst am Dienstagmorgen ein. Der 42-Jährige musste seinen Arbeitsplatz verlassen und nach Hause fahren. Weil er in der Folge unter sehr starken Magenkrämpfen litt, musste auch er den Arzt aufsuchen.

Gaststätte hatte in früheren Zeiten einen guten Ruf

Die 49-jährige Ex-Wirtin gab zu Beginn der Verhandlung durch ihren Verteidiger eine Erklärung ab. Fast 25 Jahre habe sie das Lokal geführt, das sie in den ersten acht Jahren gemeinsam mit ihrem Mann, einem Koch, bewirtschaftet hatte. Die Gaststätte erfreute sich zumindest in früheren Zeiten eines guten Rufs. Sieben Auszubildende hätten bei ihr erfolgreich einen Abschluss erreicht, so die Angeklagte.

Allerdings räumte sie auch Probleme ein, die damit begannen, dass sie Schulden übernehmen musste. „Ich wollte nie das Wohl meiner Gäste gefährden und bedauere es sehr, dass sie diese Magen-Darm-Verstimmungen hatten. Aber bis heute steht nicht fest, was die konkrete Ursache dafür war“, so die Erklärung weiter. Den Dip will sie immer frisch zubereitet haben.

Das Verfahren wird am Freitag, 10. März, um 11 Uhr fortgesetzt. Unter anderem soll dann ein Arzt gehört werden, der etwas zu den möglichen Ursachen für die Magen-Darm-Symptome sagen kann, sowie einige ehemalige Aushilfen, die in der Münchheide tätig waren. chj

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