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Koblenz

Biberratten voraus: Nutrias tummeln sich an Rhein und Mosel

16.02.2017, 14:34 Uhr

Als Stefan Bauer in der vergangenen Woche in den Rheinanlagen spazieren gegangen ist, entdeckte er am Schwanenteich etwas Ungewöhnliches: eine „riesige Ratte“, die auch noch ziemlich zutraulich war. Er fotografierte das Tier und recherchierte später, was es mit diesem auf sich hat. Tatsächlich ist es ein Vierbeiner, der bislang eher selten zu sehen ist in Koblenz: eine Nutria, auch Biberratte genannt.

Laut Wikipedia stammt der Nager ursprünglich aus Südamerika, ist aber schon seit Längerem in Mitteleuropa eingebürgert. Hier wurden Nutrias zunächst vor allem auf Pelztierfarmen gehalten, mittlerweile leben viele verwilderte Tiere an Flüssen, Seen, Teichen und in Sümpfen. Sie werden ohne Schwanz bis zu 65 Zentimeter lang und acht bis zehn Kilogramm schwer.

In Koblenz gibt es keine größere Population von Nutrias, sagt Stadt-Pressesprecher Thomas Knaak. Im vergangenen Jahr wurden Sichtungen von der Mosel gemeldet, vom Bereich unterhalb der Staustufe. Und: „Auch von dem Vorkommen auf dem Oberwerth haben wir gehört.“ In letzter Zeit haben Leser regelmäßig Fotos von den Nagern an unsere Zeitung geschickt. Einer hat jetzt darauf hingewiesen, dass an der Gülser Brücke inmitten von Schwänen „Bisamratten“ herumschwimmen, die auch gefüttert wurden, ebenso wie ein Nager am Moselbogen. Auch bei diesen Tieren könnte es sich um Nutrias handeln, die oft mit Bisamratten verwechselt werden. Ob das Auftreten der Tiere irgendwelche Auswirkungen auf Flora und Fauna hat, kann die Stadt aufgrund der geringen Zahl noch nicht sagen.

sem

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