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Boppard

Boppard: Junge Afghanin lebensgefährlich verletzt - Staatsanwaltschaft gibt Details zur Tat bekannt [2. Update]

19.06.2017, 13:00 Uhr

Am Freitagnachmittag wurde in Boppard eine junge Frau tätlich angegriffen. Die Verletzungen sind so schwer, dass sie laut Polizei in Lebensgefahr schwebte. Die Ärzte konnten ihren Zustand durch eine Notoperation zwischenzeitlich stabilisieren. Die Koblenzer Staatsanwaltschaft hat sich nun zu dem Fall geäußert.

Blaulicht
Das Blaulicht an einem Einsatzwagen. Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archiv
dpa

Gegen 15:30 Uhr kam es in Boppard zu einem größeren polizeilichen Einsatz. Auslöser war ein tätlicher Angriff auf eine junge Afghanin, bei der diese lebensgefährlich verletzt wurde.

Nach aktuellem Erkenntnisstand kann eine Beziehungstat nicht ausgeschlossen werden, teilt die Polizei am späten Freitagabend mit.

Zwei Tatverdächtige aus dem familiären Umfeld wurden vorläufig festgenommen.

[1. Update, Samstag, 14 Uhr:] Auch nach mehrfachen Anfragen bestätigt die Polizei nur den Inhalt ihrer Erstmeldung. So muss sich in diesem Fall die Öffentlichkeit zu der Frage nach den möglichen Hintergründen weiterhin gedulden.

Das Polizeipräsidium Koblenz gab am Samstag bisher keine neuen Erkenntnisse preis. „Weiterführende Auskünfte stehen unter dem Vorbehalt der Staatsanwaltschaft“, sagte ein Sprecher. Dort war zunächst niemand zu erreichen.  to

[2. Update, Montag, 12 Uhr:] Die Koblenzer Staatsanwaltschaft hat jetzt Details zur Tat bekannt gegeben. Demnach hat sie Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und der vollendeten gefährlichen Körperverletzung gegen einen 22 Jahre alten afghanischen Staatsangehörigen eingeleitet, der in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Boppard lebt.

Dem Beschuldigten wird zur Last gelegt, am Nachmittag des 16. Juni mit einem
Küchenmesser auf seine 18 Jahre alte Ehefrau eingestochen zu haben, wodurch diese lebensbedrohliche Verletzungen erlitten hat. Den Ärzten scheint es gelungen zu sein, den Gesundheitszustand der jungen Frau durch eine Notoperation zu stabilisieren. Ihre Vernehmung war nach Angaben des Leitenden Oberstaatsanwalts Harald Kruse noch nicht möglich.

Der Beschuldigte wurde bereits am Freitagnachmittag durch Beamte der
Polizeiinspektion Boppard vorläufig festgenommen. Am Samstag wurde er dem
zuständigen Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Koblenz vorgeführt, der auf
Antrag der Staatsanwaltschaft Koblenz Haftbefehl wegen Fluchtgefahr erließ. Der Beschuldigte bestreitet die Tat.

Vorläufig festgenommen worden war eine weitere Personen, gegen die sich jedoch kein Tatverdacht ergeben hat. Sie wurde daher am Samstagmorgen wieder entlassen.

Über das Motiv der Tat oder deren sonstige Hintergründe liegen den
Strafverfolgungsbehörden derzeit keine belastbaren Informationen vor. Sie
werden laut Staatsanwaltschaft noch ermittelt werden müssen. Insbesondere seien zunächst Zeugen zu vernehmen und rechtsmedizinische Gutachten einzuholen. bed

Boppard Simmern
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