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  • 17.02.2017, 17:49 Uhr17.02.2017, 17:49 Uhr
Bad Sobernheim

Fast alle "weiße Flecken" erhalten schnelles Internet

dpa

Der Kreistag hatte am Montag gegen Stimmen aus der VG Rüdesheim beschlossen, die kompletten Kosten ohne Erhöhung der Kreisumlage zu übernehmen. Kehl berichtete, dass eine Zusage der Aufsichtsdirektion vorliege, dass man die Summe als Investition über zehn Jahre stemmen dürfe.

Der Bürgermeister erklärte weiter, dass in der VG Bad Sobernheim nach der Studie der Firma Micus aus dem Sommer 2016 derzeit fast 500 Haushalte unter- oder nicht versorgt seien. Das bedeutet, dass dort nicht mindestens 30 MegaBit pro Sekunde (Mbit/s) im Download verfügbar sind.

Doch auch wenn eine flächendeckende Versorgung für 85 Prozent der Haushalte mit mindestens 50 Mbit/s und 100 Prozent mit 30 Mbit/s das Ziel seien, sei schon klar, dass dies nicht für alle realisierbar wird. So blieben auf Basis der Studie auch nach einem Ausbau bis 2019 allein in der VG 44 Haushalte unterversorgt, sagte Kehl. Der VG-Chef unterstrich, dass man die Erschließung der anderen Haushalte niemals wieder so leicht geregelt bekomme. Er ging auch auf n einige Unwägbarkeiten der Studie ein: So sind in Odernheim (18) und Langenthal (30) Haushalte im Ausbaugebiet bislang unversorgt, obwohl die beiden Gemeinden ansonsten mit schnellem Internet versorgt sind. Auch Weiler gelte laut Untersuchung auch als unversorgt. In Abtweiler hatte ein Netzbetreiber infolge der Abfrage für die Micus-Studie angekündigt, innerhalb der nächsten drei Jahre ausbauen zu wollen. Doch dies sei keine verbindliche Zusage, machte Kehl deutlich. Umgekehrt habe er für die Weiler vor Kurzem eine Rückmeldung der RWE erhalten, die dort beabsichtigen, die 193 Haushalte mit schnellem Internet zu versorgen.

Dementsprechend blieben neben Kirschroth(130 Haushalte), Monzingen (49), Nußbaum (37), bad Sobernheim (31), Langenthal, Odernheim und Merxheim (8) als „weiße Flecken“, die nun die so genannten Next-Generation-Access-Technologie erhalten sollen. Offen bleibe hingegen der Anschluss von Einzelgehöften wie dem Gonrather Hof, Menschels Vitalressort oder der Trifthütte, erklärte Kehl. Auch die Erschließung des Industrieparks Pferdsfeld oder Entenpfuhls sei bislang nicht erfasst. Kehl sagte auch, dass der Stadtteil Steinhardt über LTE als „versorgt“ gelte. „Wir werden allen diesen Punkten nachgehen, bevor das Leistungsverzeichnis für den Ausbau festgelegt wird“, kündigte er an. Im Zweifel solle das Gespräch mit den Betroffenen gesucht und über Einzelfalllösungen nachgedacht werden.

Robert Nicolay (SPD) forderte den Anschluss aller Einzelgehöfte. Denis Alt (SPD) erläuterte, dass die Studie sinnvoll sei, aber nur ein Schritt in eine moderne Gigabit-Gesellschaft.

Von Sascha Saueressig
 

 

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