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  • 17.02.2017, 11:39 Uhr17.02.2017, 16:30 Uhr
Koblenz/Marseille

Germany’s next Topmodel: Céline und Serlina sind weiter, aber andere fallen mehr auf

Serlina fiel in Folge zwei der aktuellen Staffel kurz die Rolle des Tollpatschs zu, als sie beim ersten Fotoshooting per Selbstauslöser in die falsche Kamera guckte. Céline, der im Wettstreit der Koblenzerinnen die etwas größeren Chancen eingeräumt werden, musste beim großen Walk (GNTM-Fachsprache für Laufstegauftritt am Ende jeder Folge) gegen Ghetto-Girl Victoria antreten. Die wiederum flog raus und strebt jetzt eine Karriere als Rapperin an, was auch ein bisschen mehr zu ihrem eher robusten Auftreten passt. Das Céline daneben recht souverän über den improvisierten Laufsteg stöckelte, ging da schon fast ein bisschen unter.

Das Drama, so viel steht fest, bestimmen im Moment andere. Und – Fans der Sendung wissen das: Drama ist gut für die Show und bringt die Meeeedchen erst mal weiter. Zum Beispiel Julia aus Österreich. Riesiger Selena-Gomez-Fan. Aber das muss man verstehen. Schließlich ist sie erst 16. Sie wird im Moment als das hässliche Entlein inszeniert, entwickelt sich vor der Kamera aber – natürlich – zum schönen Schwan. Juror Thomas Hayo sieht in ihr „High-Fashion“-Potenzial (GNTM-Fachsprache für ein Model, das es auf den internationalen Laufstegen schaffen könnte). Ob Karl Lagerfeld, wirklicher High-Fashion-Experte, das genauso sehen würde, sei einmal dahingestellt. Eine gewisse Expertise kann man Hayo aber nicht absprechen. Schließlich war er schon bei GNTM dabei, als Julia gerade einmal zehn Jahre alt war.

Zwei Koblenzerinnen in neuer GNTM-Staffel

Einen leichten Hang zum Drama hat definitiv auch Guiliana (20). Als die Jury die Models auf einem Kreuzfahrtschiff von Marseille nach Mallorca zum ersten Fotoshooting schippert, werden einige seekrank. Guiliana besonders. Sie bricht auf den Planken zusammen. Tränen! Schließlich kann so niemand vor Chef-Jurorin Heidi Klum treten. Für einen kurzen Moment aus der Sendung aussteigen will Guiliana aber aus einem ganz anderen Grund: Sie wurde als Junge geboren, wusste aber schon im Kindergarten, dass sie ein Mädchen ist. Inzwischen lebt sie als Frau, weiß aber zwischen all den schönen Frauen auf dem Schiff plötzlich nicht mehr, wo ihr Platz ist. Es gehört zu den wenigen Momenten der Sendung, die wenigstens ein bisschen authentisch wirken, als Juror Michael Michalsky sie deshalb zur Seite nimmt und ihr erklärt, dass sie wunderschön ist und deshalb auch selbstbewusst sein darf. Guiliana sammelt Sympathiepunkte – auch, weil sie sich am Ende doch tapfer durch die Challenges kämpft.

Dann wäre da noch Carina. Die Regie hat sie offenbar zur Staffel-Zicke auserkoren. Dramatische Musik, wenn die 19-Jährige mit dem Selbstbewusstsein einer Hollywooddiva mal wieder einen Spruch gegen ihre Mitbewerberinnen ablässt, deutet das an. Die bösen Blicke der Konkurrenz ebenso. Carina ficht das nicht an. Wieso auch. Sie wurde schließlich schon zu Schulzeiten Miss Arroganz gescholten.

Angesichts dieses Potenzials bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass es am Ende der aktuellen Staffel kommt, wie es immer kommt: Nur eine kann Germany’s next Topmodel werden. Und die eine hat meist ein mehrheitstaugliches Gesicht und eine nicht allzu kratzbürstige Attitude (GNTM-Fachsprache für Haltung). Was dann wiederum für Céline oder Serlina, eine der beiden Koblenzerinnen spräche ... Aber noch ist der Weg ins Finale lang. Am Donnerstag reduzierte sich die Zahl der Kandidatinnen erst von 28 auf 24.

Von unserer Redakteurin Angela Kauer

Koblenz
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