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  • 16.02.2017, 16:13 Uhr17.02.2017, 13:00 Uhr
Nußbaum

SERIE Champions der Region: Hevert ist dank seiner Arzneimittel kerngesund

Von Kurt Knaudt

Die Geschäftsführer Mathias (links) und Marcus Hevert haben das 1956 gegründete Familienunternehmen zu einem der weltweit zehn bedeutendsten Homöopathie-Hersteller. Ihr Ziel: In dieser Rangliste in den nächsten Jahren noch weiter nach oben klettern. Fotos: Hevert
Hevert

Sie gehört damit zu den „Champions der Region“, die der „Oeffentliche“ im Rahmen einer neuen Serie präsentiert. Die Geschäfte gehen gut: Seit 2012 steigt der Umsatz jährlich um 10 Prozent, berichtet Marcus Hevert, der das Familienunternehmen seit 2014 gemeinsam mit seinem Bruder Mathias leitet. Ihre Schwester Sarah ist Mitinhaberin. Mathias Hevert steht seit März 2003 auf der Brücke, als das Firmenschiff durch den plötzlichen Tod des Vaters im Alter von nur 55 Jahren vorübergehend in schwere Gewässer geriet.

 

Der damals 26-jährige Mathias Hevert wollte im März 2003 eine Weltreise antreten, als ihn die schockierende Nachricht erreichte. Stattdessen übernahm er kurz entschlossen die Geschäftsführung.

Der Tod des Apothekers und Arztes Wolfgang Hevert war für das Unternehmen auch deshalb ein schwerer Schlag, weil er den Grundstein für den Erfolgskurs des Unternehmens gelegt hatte. Dazu gehörte auch der Bau des neuen Produktions- und Verwaltungsgebäudes in Nußbaum im Jahr 1996.

 

2004 kam dann die Gesundheitsreform mit dem weitgehenden Wegfall der Kostenerstattung für Naturheilmittel, was Hevert zusätzlich traf. Doch die Krise ist längst überstanden. Marcus Hevert geht davon aus, dass die Zahl der Beschäftigten von derzeit knapp 180 bis Ende des Jahres auf 190 steigen wird. Zum Vergleich: 2008 waren es noch knapp 100. 99 Prozent seines Umsatzes macht Hevert auf dem deutschen Markt. Ziel ist es, auch international Fuß zu fassen und in der weltweiten Rangliste weiter aufzusteigen. „Es tut sich was“, beschreibt Marcus Hevert den Stand der Dinge im Export. In acht Ländern, darunter auch Österreich, die Mongolei, Russland, die Ukraine und Indien, sind eigene Arzneimittel auf dem Markt. In den USA, wo 19 Produkte zugelassen sind, hat Hevert in Colorado eine eigene Niederlassung. In Deutschland gibt es 110 Hevert-Mittel. Die meistverkauften sind Calmvalera, Vitamin D3 und Vitamin B Komplex.

 

„Ohne Pastor Emanuel Felke würde es uns nicht geben“, betont Marcus Hevert. Die von Felke entwickelten homöopathischen Komplexmittel sind die Wurzeln von Hevert – und ein Erbe, aus dem die Firma nach wie vor schöpft. Sie kombiniert traditionelle Naturheilkunde mit modernen Herstellungsverfahren. Betriebsgeheimnis ist, wo die für die Mittel benötigten Substanzen, zu denen auch exotische wie Schlangengift und ein Meeresschwamm zählen, in bester Qualität herkommen. „Das ist unser Schatz. Dahinter stecken viel Recherche und viele Reisen über Jahrzehnte, um die Kontakte zu unseren Lieferanten aufzubauen“, berichtet Marcus Hevert. Die Wirkstoffe werden im eigenen Labor streng kontrolliert, um ein Höchstmaß an Reinheit und Wirkstoffgehalt zu garantieren. Einige Heilpflanzen baut Hevert sogar selbst an, einige bezieht man auch von regionalen Partnern.

 

An den beiden Firmenstandorten Bad Sobernheim und Nußbaum werden mehr als 90 Prozent der Hevert-Arzneimittel selbst hergestellt.
Hevert

„Homöopathie braucht Aufklärung“, unterstreicht der mit 31 Jahren jüngere der beiden Brüder (Mathias Hevert ist 40). Deshalb investiert das Unternehmen viel Zeit und Geld, um Ärzte, Apotheker und Heilpraktiker bei Tagungen und Fortbildungen über die Naturheilkunde im Allgemeinen und die eigenen Mittel im Besonderen zu informieren, die schwerpunktmäßig in den Bereichen Psyche/Schlaf, Erkältung und Vitaminmangel wirken. Anders als in der klassischen Homöopathie werden die Mittel nicht so verdünnt, dass schließlich vom Wirkstoff nichts mehr drin ist, erläutert der Geschäftsführer.

 

 

Zumindest für einige Hevert-Mittel sei die Wirkung durch Studien nachgewiesen. Die Nachfrage ist da: „Manche Patienten kommen spätestens dann ins Grübeln, wenn sie bei der Schulmedizin die Beipackzettel lesen.“ 2006 wurde der alle zwei Jahre verliehene, mit 5000 Euro dotierte „Dr. Wolfgang Hevert-Preis“ ins Leben gerufen, um den Einsatz für wissenschaftliches Arbeiten auf dem Gebiet der ganzheitlichen Medizin zu fördern und um an das Wirken von Apotheker Dr. med. Wolfgang Hevert, den ehemaligen Geschäftsführer des Unternehmens, zu erinnern.

 

Bereits im Alter von 14 stand für Marcus Hevert fest, dass er in die Firma eintreten wird – allerdings nichts als Arzt oder Apotheker, sondern als Betriebswirt. „Ich bin ein waschechter Nußbaumer und fühle mich hier sehr wohl. Das ist Heimat“, sagt der 31-jährige Familienvater, der mit seiner Frau und den beiden kleinen Kindern in einem Haus direkt neben dem Firmengelände wohnt. Er und sein Bruder sind stolz darauf, dass Hevert ein kerngesundes, eigenständiges Familienunternehmen ist – und das soll auch so bleiben.

 

Von Kurt Knaudt

 

 

Tagesmutter kümmert sich um die Kinder von Mitarbeitern

Seit 2014 hat Hevert auf dem Firmengelände ein eigenes Kinderhaus, in dem Tagesmutter Miriam Kistner die Kinder von Mitarbeitern ganztägig betreut.

Ganz aus Holz ist das 2014 erbaute Kinderhaus auf dem Firmengelände von Hevert. Foto: Gregor Schuster

Ein großer Garten mit Sandkasten und Spielturm sowie regelmäßige Spaziergänge zum Streichelzoo um die Ecke sorgen für Abwechslung im Freien.

„Wir sind stolz, berufstätige Eltern und Großeltern bei der Unterbringung und Versorgung der Kinder unterstützen zu können und den Kleinen ein tolles Spielparadies zu bieten“, erklärt Geschäftsführer Mathias Hevert.

Zudem bietet das Unternehmen spezielle Ferienprogramme an.

 

Bad Kreuznach
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