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Braubach

Verfolgungsjagd in Braubach: Bewaffneter Polizeieinsatz sorgt für Aufregung

Tobias Lui

Ein Polizeieinsatz hat am Sonntagabend für einige Aufregung in Braubach Nord gesorgt – und für einen gehörigen Schreck bei einem Bauherrn in der Charlottenstraße. Doch der Reihe nach. Am Sonntagabend, kurz vor 19 Uhr, wurde am Bahnhof in Braubach ein Taxifahrer von einem Fahrgast mit einer Schusswaffe bedroht. Weshalb die beiden in Streit gerieten, ist bislang noch nicht geklärt. Als der Taxifahrer die Polizei anrief, verließ der Unbekannte das Taxi und lief in Richtung Charlottenstraße davon.

Mit dem Schrecken davon gekommen sind die Häuslebauer in der Braubacher Charlottenstraße. Der Flüchtige hatte offenbar kurzzeitig das Haus betreten und ist dann in Richtung Rhein getürmt.
Tobias Lui

Der Taxifahrer nahm die Verfolgung zu Fuß auf, verlor den Mann jedoch später in den Rheinanlagen aus den Augen. Unterwegs hatte der Unbekannte noch einen Schuss abgegeben, ehe er sich der Waffe und einiger mitgeführter Gegenstände entledigte. Diese konnten später aufgefunden werden – dabei stellte sich heraus, dass es sich um eine Gaspistole handelte. Die Polizei fahndete mit mehreren Streifenwagen und einem Diensthundeführer nach dem Flüchtigen, konnte ihn aber nicht mehr finden.

Im Zuge der Fahndung wurde auch ein Rohbau in der Charlottenstraße durchsucht, nachdem ein Zeuge gesehen hat, wie eine verdächtige Person dort hineingegangen ist. Bei der Durchsuchung des Gebäudes wurden auch Kleidungsstücke sichergestellt, die auf die Täterbeschreibung passten.

Wie sich nun aber herausgestellt hat, handelte es sich dabei um Arbeitskleidung der Hausbesitzer – Familie Krämer, wohnhaft derzeit noch in Rheinböllen. „Am Montagmorgen klingelte das Handy, unsere neuen Nachbarn in Braubach fragten, was denn am Abend im Haus los gewesen sei?“, erinnen die sich. Die Nachbarn berichteten von mit Maschinenpistolen bewaffneten Einsatzkräften und Hunden, die das Haus durchkämmten – Krämers rutschte der Schrecken in die Glieder. Also wurden die Bauherrn bei der Polizei in Lahnstein vorstellig. Dort wurde zunächst lediglich von einer „Bedrohungslage“ gesprochen, weitere Auskünfte gebe es derzeit keine. Erst resoluteres Auftreten brachten die erhellende Informationen zu Tage – und Erleichterung bei den Bald-Braubachern. „Wir sind natürlich heilfroh, dass sich die Sache aufgeklärt hat“, erklären diese. „Allerdings hätten wir uns schon einen Hinweis im Rohbau gewünscht, dass hier ein Polizeieinsatz stattgefunden hat.“ Bei der vermeintlichen Täterbekleidung handelte es sich übrigens um die Arbeitsmontur des Schwiegervaters – der seitdem auf die Rückgabe wartet. „Diese wird natürlich umgehend erfolgen“, sagt Polizeihauptkommissar Ansgar Feldges, der Leiter der PI Lahnstein. Der bedauert im Übrigen auch, dass die Kollegen keine Nachricht hinterlassen haben und somit einige Aufregung hätten ersparen können. „Aber das kann im Stress eines solchen Einsatzes schon einmal passieren“, nimmt er die Kollegen in Schutz.

Von unserem Redakteur Tobias Lui

Bad Ems Lahnstein
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