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Hennweiler/Kirn

Schlange in Hennweiler ausgesetzt: Wirbel um "illegale" Madagaskar-Boa

Eine große Schlange treibt in Hennweiler ihr Unwesen, schlängelt sich durch die Gärten: Das war für das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Kirn-Land die Ausgangslage für eine größere Umzugsaktion. Anwohnern sei es gelungen, das rund 1,35 Meter lange Tier – man vermutete eine Python – zu fangen, informierte Ordnungsamtsleiterin Petra Gutheil.

In Hennweiler ausgesetzt oder ausgebüchst: eine Madagaskar-Boa, die in den Terrarien- und Wüstenzog nach Landau umquartiert wurde. Bis dahin war sie bei einem früheren Kirner Polizisten zu Gast.

Und nun? Ins Tierheim bringen, mit dem die Verbandsgemeinde Kirn-Land für Fundtiere ein Abkommen hat? Die Tierfreunde winkten ab. Hier sei kein artgerechtes Halten möglich. Hasen, Katzen, Hunde ja, aber Schlangen? Nein!

Ein Kirner Kripobeamter in Ruhestand nahm sich der Sache an, gab dem Tier eine vorübergehende Herberge. Bis zum baldigen Umzug in den Terrarien- und Wüstenzoo Landau. Dorthin brachte ein Verbandsgemeindemitarbeiter am Dienstag das in einen Leinensack verpackte Tier.

Der Reptilienzoo stellte schnell fest, dass es sich nicht um einen Python sondern um eine seltene Madagaskar-Boa handelte. Anders als Pythons, die in Rheinland-Pfalz offenbar ohne Anmeldung und ohne Papiere gehalten werden dürfen. Zu Madagaskar-Boas heißt es aber unter anderem: Da der Lebensraum der Tiere stark gestört ist, wurde die Art streng geschützt, ins Washingtoner Artenschutzabkommen aufgenommen, und genießen in der EU-Artenschutzverordnung den höchsten Schutzstatus. Das heißt: Sie dürfen nicht ohne Genehmigung gehalten werden; zusätzlich besteht für Wildexemplare ein Schaustellungs- und Vermarktungsverbot. Für Im- oder Export muss die Genehmigung des Bundesamtes für Naturschutz vorhanden sein und die Tiere sind kennzeichnungspflichtig.

Wenn der Halter ermittelt wird, dürfte das ein Nachspiel für ihn haben, denn als Boa-Halter angemeldet ist niemand, sagt Petra Gutheil. Was die Genehmigungsbehörde dann initiiert, ist noch offen. Die Verbandsgemeinde stellt zumindest die „Umzugskosten“ nach Landau in Rechnung, kündigt Petra Gutheil an. Armin Seibert

Kirn
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