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Bad Kreuznach

Skelett-Rätsel vom Hungrigen Wolf ist gelöst: Knochen stammen von vermisster Frau

Ein Rätsel um das bei Winzenheim entdeckte Skelett ist gelöst: Die Überreste ließen sich zweifelsfrei einem Vermisstenfall aus dem letzten Jahr zuordnen. Allerdings bleiben auch jetzt noch viele Fragen offen, wir haben nachgefragt.

Wie die Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach auf Anfrage des Oeffentlichen Anzeigers mitteilte, stammen die Gebeine, die ein Jäger zufällig in einem Waldstück nahe der Gemarkung Hungriger Wolf entdeckte, von einer vermissten Frau.

Genauere Angaben zu Identität der Verstorbenen wollen die Behörden nicht machen. Die Frau, die aus der Umgebung stamme, habe seit Frühjahr 2017 als vermisst gegolten, heißt es. Das Todesermittlungsverfahren sei „bis auf ein paar Marginalien“ abgeschlossen, ein Tötungsdelikt beziehungsweise Fremdverschulden könne ausgeschlossen werden, informiert Michael Brandt, leitender Oberstaatsanwalt der Bad Kreuznacher Behörde. Die Ermittler gehen von einer natürlichen Todesursache aus, ein Suizid steht auch im Raum – kann aber nicht mehr nachgewiesen werden.

Panoramaaufnahme: Mitten in den Feldern, in einem kleinen Wäldchen, weniger als 100 Meter entfernt vom großen Kreuz am „Hungrigen Wolf“, liegt der Fundort.

Wie in den„Alt-Creutznacher-Geschichten“ aus einer Ausgabe des „Oeffentlichen“ aus dem Jahr 1910 berichtet wird, errichtete nahe der Fundstelle des Skeletts in der Mitte des 19. Jahrhunderts Hannes Wolf eine Herberge.

Er stürzte sich zu Tode, sein Sohn verprasste das Erbe, wurde zum Bettler. Man nannte ihn den „Hungrigen Wolf“. Er verstarb auf ungeklärte Weise. ri

Genauere Details über einen möglichen Unfall oder die näheren Todesumstände sind aufgrund der vollständigen Skelettierung nicht mehr zu ermitteln. Als wahrscheinlich gilt, dass sich die Frau seit ihrem Verschwinden vor gut einem Jahr in dem schwer einsehbaren Waldstück befand. Die Überreste werden demnächst freigegeben, dann können sich die "Totenfürsorgeberechtigen", wie es im Amtsdeutsch heißt, um die Bestattung kümmern.

Rückblick: Am Samstagabend hatte ein Jäger das nahezu komplett erhaltene Skelett bei einem Streifzug entdeckt. Sofort alarmierte Polizeikräfte sicherten die Fundstelle ab. Experten wurde ebenfalls gerufen: die Spurensicherung und Kriminalbeamte aus Mainz reisten an. Die Feuerwehr leuchtete die Fundstelle aus. Die Knochenfunde wurden dann zur Untersuchung in die Rechtsmedizin nach Mainz gebracht.

Von unserem Redakteur 
Marian Ristow

Bad Kreuznach
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