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Holzappel

Badeunfall im Herthasee: Frau tot geborgen [1. Update]

Andreas Egenolf

Einen dramatischen Rettungseinsatz mussten die Einsatzkräfte am Donnerstag in und am Herthasee absolvieren. Dabei war lange Zeit unklar, was mit einer 69-jährigen Schwimmerin passiert ist. Doch nun herrscht traurige Gewissheit.

Gegen 10.15 Uhr schwamm die Frau aus der Verbandsgemeinde Diez in dem beliebten Badegewässer am Ortsrand von Holzappel. Nach Zeugenaussagen rief die Dame plötzlich rund 30 Meter vom Ufer entfernt um Hilfe. Zu diesem Zeitpunkt waren aufgrund der kühlen Witterungen lediglich einige wenige Frühschwimmer, Kassenpersonal, Gemeindearbeiter und Mitarbeiter des DLRG vor Ort. Die beiden Helfer wurden durch die Hilferufe umgehend auf die Frau aufmerksam. Einer der Rettungsschwimmer zögerte keine Sekunde, sprang sofort in das Wasser in Richtung der Schwimmerin. Je näher er der 69-Jährigen kam, verschwand diese nach Aussage des Ersthelfers allerdings mehr und mehr unter der Wasseroberfläche bis sie zuletzt gar nicht mehr zu sehen war. Auch ein sofort eingeleiteter Tauchgang blieb erfolglos.

Zwischenzeitlich wurde bereits durch einen Notruf die Alarmierungskette in Gang gesetzt. Neben den Freiwilligen Feuerwehren aus Holzappel und Laurenburg, eilten auch der Feuerwehr-Führungsdienst der Verbandsgemeinde Holzappel, die DLRG-Ortsvereine Diez, Montabaur und Ransbach-Baumbach, des Bezirks Westerwald-Taunus an den Unglücksort. Die Freiwillige Feuerwehr aus Limburg an der Lahn wurde außerdem mit ihrer Wasserrettung zum Herthasee gerufen, wie auch der Leitende Notarzt des Rhein-Lahn-Kreises und der Rettungsdienst. Auch die Notfallseelsorge war vor Ort.
Mittels mehrerer Rettungsboote und DLRG- sowie Feuerwehrtauchern suchten die Rettungskräfte im Anschluss auf dem See nach der untergegangen Person. Die Suche konzentrierte sich dabei zunächst auf einen Bereich, in dem laut Augenzeugenangaben die Schwimmerin zuletzt gesehen wurde. Die Feuerwehrleute aus Holzappel und Laurenburg bildeten zudem eine Menschenkette, die den Bereich im Wasser soweit sie noch stehen konnten, abgingen. Zu einem späteren Zeitpunkt kam auch ein Sonar der DLRG Ransbach-Baumbach zum Einsatz, der die Ortung unter Wasser mittels ausgesandter Schallimpulse ermöglicht. Die Suche nach em Körper der untergegangen Frau war hiermit allerdings genauso erfolglos wie das Absuchen des Herthasees per Wärmebildkamera aus der Luft mit einem Polizeihubschrauber.

Probleme bereiteten den Rettungskräften und Tauchern vor allen Dingen das trübe Wasser und der starke Seegrasbewuchs. Nach rund vier Stunden musste aufgrund eines aufziehenden Gewitters die Suche nach der Schwimmerin gegen 14.40 Uhr abgebrochen werden. Der Körper der 69-Jährigen wurde bis zu diesem Zeitpunkt nicht gefunden. Weitere Suchmaßnahmen sollen am Freitag erfolgen.

Aufgrund von Zeugenhinweisen zu einem auf dem Parkplatz am Herthasee abgestellten Auto konnte die Polizei während des laufenden Rettungseinsatzes die Identität der Schwimmerin bereits klären. Der Ehemann wurde daraufhin von der Polizei und einem Notfallseelsorger verständigt. Die Einsatzkräfte vor Ort gingen am Donnerstag davon aus, dass die Frau nicht mehr lebend aus bis zu neun Meter tiefen Gewässer geborgen werden kann.

Tödliche Badeunglücke kommen am Herthasee immer mal wieder vor, zuletzt Ende Juli 2015. Damals erlitt ein 87-Jähriger aus der Verbandsgemeinde Diez beim Frühschwimmen einen Herzinfarkt. Nach rund fünf Stunden intensiver Suche konnte sein Leichnam letztlich geborgen werden

[Update:] Wie die Polizei am Freitagmittag mitteilt,wurde die seit Donnerstag vermisste 69-Jährige im Rahmen der weiteren Suchmaßnahmen durch Taucher des DLRG tot gefunden und geborgen.

Von unserem Reporter Andreas Egenolf

Diez
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