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Birkenfeld/Trier

Jetzt steht Karl Marx sicher: Birkenfelder Statiker spielten tragende Rolle

Axel Munsteiner

Wegen dieser 2,3 Tonnen schweren Bronzeskulptur ist die Moselmetropole Trier derzeit bundesweit in den Schlagzeilen: Anlässlich seines bevorstehenden 200. Geburtstags wurde am Freitag in der Heimatstadt von Karl Marx eine überlebensgroße, 4,40 Meter hohe Statue des weltberühmten Philosophen und Gesellschaftstheoretikers aufgestellt, der als Wegbereiter des Sozialismus und Kommunismus gilt.

Nur der Kopf von Karl Marx lugte am Freitag kurzzeitig aus der Verpackung. An der Errichtung des Denkmals war auch das Birkenfelder Statikbüro von Oliver Kleiner maßgeblich beteiligt. Foto: Privat

Bei der Errichtung dieses Denkmals spielte auch einem Statikbüro aus Birkenfeld eine im wahrsten Sinne des Wortes tragende Rolle: Denn Diplom-Ingenieur Oliver Kleiner und sein Team sorgten dafür, dass die vom chinesischen Bildhauer Wu Weishan geschaffene Figur sicher auf dem Sockel ihres Standorts auf dem Simeonstiftplatz in der Innenstadt steht.

„Wir freuen uns sehr, dass wir bei diesem weltweit beachteten Projekt dabei sein durften. Besonders spannend war sicherlich die Kommunikation und technische Abstimmung mit dem Künstler“, berichtet Kleiner über die speziellen Herausforderungen bei diesem nicht alltäglichen Bauvorhaben. Rein aus ingenieurtechnischer Sicht seien die Arbeiten zwar Alltagsgeschäft gewesen, aber die planerische Vorlaufzeit von etwa einem Dreivierteljahr sei eine der Besonderheiten bei diesem Auftrag gewesen. „Wir mussten uns zum Beispiel mehrfach mit Änderungswünschen des Künstlers in China auseinandersetzen, wobei erschwerend hinzukam, dass diese Kommunikation nur mithilfe von Übersetzern möglich war“, sagt Kleiner. Am Ende habe man aber alle Wünsche Wu Weishans und der Stadt Trier, die Auftraggeber Kleiners war, statisch umsetzen können. „So zeigen die Ecken des abgestuften Sockels in die Richtung der wichtigsten Wirkungsorte von Karl Marx“, erläutert der Tragwerksplaner aus Birkenfeld die spezielle Form des Sockels.

Im Vorfeld hatte es in Trier teils kontroverse Diskussionen gegeben, ob die Stadt das Denkmal als Geschenk der Volksrepublik China überhaupt annehmen solle. Schlussendlich gab der dortige Rat aber grünes Licht für dieses Ansinnen. „Eine Voraussetzung für diese Zustimmung war aber, dass die Statue kleiner wird als von Wu Weishan vorgesehen. Das aber wiederum hatte zur Folge, dass wir aus statischen Gründen den Sockel der Figur erhöhen mussten“, berichtet Kleiner, der von den Diplom-Ingenieurinnen Katja Schmalz und Anke Dringelstein bei der reibungslosen Bewältigung seiner Aufgabe unterstützt wurde. Feierlich enthüllt wird die Karl-Marx-Statue, deren Kopf am Freitag nur für die Presse kurzzeitig aus der Verpackung befreit wurde, am 5. Mai, dem 200. Geburtstags des berühmtesten Sohns der Stadt Trier.

Von unserem Redakteur
Axel Munsteiner

Idar-Oberstein Birkenfeld
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