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Koblenz

Dieselbusse der EVM: Neue Technik, weniger Dreck

Stephanie Mersmann 11.08.2017, 12:03 Uhr

Die Zukunft von Dieselfahrzeugen ist auch in Koblenz ungewiss. Die Luftqualität im Zentrum ist schlecht, ein Gutachter soll klären, ob in der Stadt eine Umweltzone eingerichtet werden soll, in der viele Diesel draußen bleiben müssten.

Dieser Linienbus ist bereits mit moderner Filtertechnik ausgestattet: Ganz links sitzt ein Tank für AdBlue, einen flüssigen Harnstoff, der sich mit den Abgasen verbindet und Stickoxide in harmlosen Stickstoff umwandelt. Entsprechend sollen nun 41 Busse der EVM umgerüstet werden.
Sascha Ditscher

Das würde zahlreiche Autofahrer betreffen – und außerdem die Busse der EVM Verkehrs GmbH, die ebenfalls mit Dieselantrieb unterwegs sind. Die EVM-Gruppe reagiert allerdings schon jetzt: 41 Busse ihrer Flotte rüstet sie auf den modernen Euro-6-Standard um, der nach aktuellem Stand selbst in Dieselverbotszonen fahren dürfte.

„Wir haben Verantwortung für die Umwelt, und wir wollen ein gutes Beispiel geben“, sagt Karlheinz Sonnenberg, Vorstandsmitglied der EVM und zuständig für die Verkehrsgesellschaft. 1 Million Euro investiert die Gruppe, um in den nächsten Monaten 41 der 70 Busse der Flotte mit modernster Filtertechnik auszustatten. Die restlichen Busse entsprechen entweder bereits diesem Standard oder sind so alt, dass sie nicht mehr umgerüstet werden können. Diese Fahrzeuge werden sukzessive gegen Euro-6-Busse ausgetauscht.

Die ganze Umrüstung kommt schneller als zunächst geplant: Vor einigen Tagen hieß es noch, dass die Aktion wohl bis 2020 dauern wird, nun will man schon in Kürze loslegen – und so schnell wie möglich fertig werden. Zunächst war von einem Abschluss im nächsten Frühling die Rede, nun will sich die EVM aber nicht mehr auf einen genauen Termin festlegen.

Zu stark hängt das davon ab, wie zügig die Lieferanten die Filtertechnik zur Verfügung stellen können. Außerdem muss die Technik für jeden Bus individuell angepasst werden – und das könnte dauern.

„Bei jedem einzelnen Bus muss geschaut werden, wo die neuen Elemente eingebaut werden können“, sagt Stefan Wecker, Leiter Verkehrstechnik der EVM Verkehrs GmbH, bei einer Präsentation auf dem Betriebsgelände des Versorgers.

Grob gesagt, muss eine Art Tank eingebaut werden, in den regelmäßig AdBlue gefüllt wird, eine Harnstofflösung. Diese verbindet sich dann mit dem Abgas und durchläuft einen Katalysator. Am Ende kommen vor allem Stickstoff, Wasser und Kohlendioxid aus dem Auspuff – aber rund 80 Prozent weniger Stickoxide, die in puncto Luftqualität zurzeit vor allem in der Kritik stehen.

Andere Städte wie Paderborn und Tübingen setzen die Technologie bereits ein und sind sehr zufrieden mit den Ergebnissen, sagt Jürgen Czielinski, Geschäftsführer der EVM Verkehrs GmbH.

Dass die EVM sich genau jetzt für die Umrüstung ihrer Busflotte entschieden hat, hängt übrigens nicht mit den aktuellen Entwicklungen rund um Dieselverbote und Co. zusammen. „Das ist Zufall, wir beschäftigen uns schon seit Jahren damit“, sagt Josef Rönz, Vorstandsvorsitzender der EVM AG, genauso wie mit Umweltverträglichkeit generell.

Auch in Zukunft will man dies vorantreiben. In den nächsten Wochen wird zum Beispiel ein Test mit einem Elektrobus gestartet. Erweist sich dieser als praxistauglich, erstellt die EVM ein Konzept für einen möglichen Einsatz von E-Bussen im Koblenzer Linienverkehr.

Und auch unabhängig vom Verkehr spielt der Umweltschutz eine wichtige Rolle, unter anderem fördert die EVM den Umstieg von einer Öl- auf eine umweltfreundlichere Erdgasheizung. Auch dadurch reduziert sich unter anderem der Ausstoß von Stickoxiden.

Von unserer Redakteurin Stephanie Mersmann

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