++ 20:45 Brasilien: Justiz prüft Vorwürfe gegen Bolsonaro
Aus unserem Archiv
Kreis Mayen-Koblenz

Harte Zeiten für Schokoladen-Liebhaber: Einige Supermärkte bieten zurzeit keine an

Martin Boldt

Liebhaber von Schokolade müssen dieser Tage stark sein: Ob in Taler-, Riegel- oder Linsenform – wer den Süßkram derzeit außerhalb von gekühlten Räumen transportieren oder lagern muss, findet am Ende beim Öffnen der Verpackung meist nur noch geschmolzene braune Masse.

Schokolade sucht man in Gerd Harners Einkaufsmarkt in Mülheim-Kärlich aktuell vergebens. Die Süßigkeiten würden bei der Hitze schmelzen.
Martin Boldt

Vor allem kleinere Märkte und Kioske leiden unter der Hitzewelle und reagieren mit der Reduzierung ihrer Sortimente. So auch Gerd Harner, der vier Märkte in der Verbandsgemeinde Weißenthurm besitzt. „Schokolade gibt es bei uns derzeit nur noch verschlossen im Kühlregal“, erklärt dieser. Grund sei die fehlende Klimatisierung, etwa in seinem Markt in Mülheim-Kärlich, sodass die Kunden sich aktuell mit den „zwei, drei gängigsten Artikeln“ zufriedengeben müssen. Für mehr ist einfach kein Platz, betont Harner. Großer Schaden durch geschmolzene Ware ist ihm zum Glück bislang noch nicht widerfahren. „Wir haben frühzeitig reagiert und die Waren bereits Anfang Juli aus den Regalen genommen“, so der Geschäftsmann. Was doch kaputt gegangen ist, wird über die Buchhaltung abgeschrieben. Wichtiger ist es ihm, die Ware nur im besten Zustand an die Kunden abzugeben. Trotz der Süßigkeitenmisere kann der 51-Jährige dem Rekordsommer etwas positives abgewinnen: „Die Leute suchen bei der Hitze kurze Wege.“ Statt in die Discounter führt sie ihr Weg daher häufiger als üblich für ihre Besorgungen in Harners City-Center.

Auch in der Lotto-Shop-Postagentur von Bernard Groß in Koblenz-Asterstein sind Schokoriegel gewöhnlich ein beliebter Artikel. Derzeit bleibt aber auch bei ihm das hierfür vorgesehene Regal unbefüllt. Ein Zettel an der Auslage weist darauf hin, dass „Wegen der Hitze im Moment keine Schokolade“ erhältlich ist. „Das machen wir jetzt eigentlich schon seit vielen Jahren. Bei 30 Grad im Laden bringt das auch nichts“, sagt er. „Da geht mehr kaputt, als dass es den Kunden etwas bringt.“ Ihm selbst sei es nach einer kürzeren Hitzewelle einmal passiert, dass er einen weißlich angelaufenen Schokoriegel erwischte. Gesundheitlich sei das zwar unbedenklich, versicherte ihm auch der Hersteller, „geschmacklich ist das dann aber nicht mehr so gut“, bilanziert Groß. Als er noch einen Getränkekühlschrank in seinem Laden stehen hatte, wurden die Schokoriegel hier in den heißen Monaten des Jahres zwischengelagert. Der existiert inzwischen aber nicht mehr – um Stromkosten zu sparen.

Heiß ist es dieser Tage auch in Januschs Pavillon. Der kleine Dorfladen von Janusch Fischer versorgt die Einwohner von Namedy seit etwas mehr als einem Jahr mit Alltäglichem. Auf Schokolade angesprochen, winkt Verkäuferin Leslie Kotter derzeit jedoch ab: „Die meisten Schokoladenartikel haben wir aus dem Sortiment genommen und in den vergangenen Tagen auch gar nicht mehr nachbestellt.“ Einen älteren Herren, der noch Mitte der Woche nach sechs Tafeln Schokolade gefragt hatte, musste sie auf die nächste Lieferung in der kommenden Woche vertrösten. Einen kleinen Restbestand an Riegeln gibt's aber dennoch: „Die lagen im Kühlschrank und stehen heute zum ersten Mal wieder draußen“, sagt Kotter. Besser als kleine Händler aufgestellt sind da moderne Supermärkte, wie etwa der Rewe in Vallendar von Guido Hörle. „Unsere Klimaanlage funktioniert ohne Probleme“, verrät er. „Der Absatz an Schokolade ist in diesen Tagen allerdings nicht besonders groß“, so der Marktleiter. Eis gehe besser.

Von unserem Reporter Martin Boldt

Koblenz
Meistgelesene Artikel
Suche >