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Mülheim-Kärlich

Mülheim-Kärlich: Täter wollten auch den zweiten Geldautomaten sprengen

Andreas Egenolf und Damian Morcinek

Ist nach der Sprengung des Geldautomaten im Gewerbepark Mülheim-Kärlich, die in der Nacht von Samstag auf Sonntag von bislang unbekannten Tätern verübt wurde (die RZ berichtete), noch unbemerkter Sprengstoff am Tatort zurückgeblieben? Unter anderem dieser Frage ist die Polizei bei einer Nachuntersuchung und Spurensicherung in den Räumen der Volksbank RheinAhrEifel in der Industriestraße am Montagabend nachgegangen. Der Einsatz hatte auch Konsequenzen für Pendler und Kunden des Gewerbeparkes.

Weiträumig hatte die Polizei Andernach das Gelände rund um die SB-Filiale der Volksbank abgesperrt. Davon betroffen war auch ein Teil der viel befahrenen Industriestraße, der Hauptschlagader des Gewerbeparks. Zwischen 18.30 und 19.15 Uhr aber gab es zwischen der Einmündung Florinstraße und dem Parkplatz des Zweirad-Centers Stadler kein Durchkommen mehr. Der Feierabendverkehr wurde umgeleitet.

Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA) aus Mainz untersuchten eineinhalb Tage nach der Tat augenscheinlich die beiden Geldautomaten noch einmal näher. Vor allem der nicht gesprengte Automat wurde von den Spezialisten eingehend unter die Lupe genommen. Denn: Wie das LKA auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt, hatten die drei bis vier Täter, die mit Sturmhaben maskiert waren, am frühen Sonntagmorgen gegen 4.02 Uhr auch vor, den zweiten Geldautomaten zu sprengen.

Beim Einsatz war von außen neben einem Taschenlampenlicht der LKA-Spezialisten auch immer wieder ein Feuerschein zu erkennen. Letzterer rührte vermutlich vom Einsatz eines Bunsenbrenners her. Was es damit auf sich hatte, dazu gab das LKA aber keine Auskünfte. Fest aber steht: Die Beamten wollten das Risiko ausschließen, dass nach der ersten Untersuchung der Räume, die mitten in der Nacht erfolgt war, Sprengmittel am Tatort übersehen wurden. Deshalb war das Areal auch aus Sicherheitsgründen so großzügig abgesperrt worden, betont das LKA. Letztlich aber habe sich der „vage Verdacht“, der im Lauf der Ermittlungen aufgekommen war, als unbegründet erwiesen. Ob es bereits weitere Hinweise zu den Tätern gibt, dazu wollte sich das Landeskriminalamt aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. Bei der Sprengung ist ein Schaden in Höhe von rund 114.000 Euro entstanden. Geld haben die Täter aufgrund der hohen Sicherheitsmaßnahmen nicht erbeutet.

Von Andreas Egenolf und Damian Morcinek

Koblenz
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