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Rheinland-Pfalz

Selbsternannter Elektriker: Koblenzer "Reichsbürger" soll 61 Kunden betrogen haben

Ursula Samary

Bei dem Koblenzer (51), der mit dem Einsatz des Spezialeinsatzkommandos (SEK) im Stadtteil Ehrenbreitstein verhaftet wurde, handelt es sich um einen Angehörigen der sogenannten Reichsbürgerszene, die den deutschen Staat nicht anerkennt den Umsturz will, wie der Verfassungsschutz feststellt. Der nun verhaftete Mann, der sich im Haus verbarrikadiert hatte, ist für die Behörden kein Unbekannter.

Am Donnerstag deutete in der Brentanostraße nichts mehr auf den großen Polizeieinsatz vom Mittwochabend hin: Mit großem Aufgebot waren Polizei und SEK angerückt, um hier einen mutmaßlichen „Reichsbürger“ zu verhaften.
Sascha Ditscher

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat ihn wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung beim Amtsgericht angeklagt. Er soll als selbsternannter Elektriker über Jahre 61 Kunden um mehr als 90.000 Euro geprellt haben. Gegen ihn geht auch die Handwerkskammer Koblenz seit 2012 vor. Ihr Vorwurf: Er habe das Zeugnis zur Gesellenprüfung sowie den Meisterbrief gefälscht, auch seine Steuernummer erfunden.

Der mutmaßliche Hochstapler und Betrüger gilt als Adlatus von Beate Rude aus Königsfeld (Kreis Ahrweiler) – jener selbst ernannten „Ministerpräsidentin der administrativen Regierung des Freistaats Preußen“. Der Fantasiestaat gewährte mit Rudes Unterschrift dem Mann in Frakturschrift und mit preußischem Adler auch die Anmeldung zum Gewerbe, das ihm die Stadt Koblenz verboten hatte.

Seine Gerichtsverhandlung könnte er schon im Oktober erwarten – diesmal in U-Haft, damit er sich ihr nicht erneut entziehen kann. Der Szene der teils gewaltbereiten „Reichsbürger“, „Reichsdeutschen“ oder „Selbstverwalter“ gehören in Rheinland-Pfalz etwa 350 Personen an. Ursula Samary

Reichsbürger - die unterschätzte Gefahr
Koblenz
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