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Koblenz

Teure Angelegenheit: Was der OB-Wahlkampf in Koblenz kostet

Doris Schneider 11.10.2017, 17:58 Uhr

Es sind Summen, bei denen ein Normalverdiener schon mal schlucken muss: Für den OB-Wahlkampf geben die beiden Kandidaten Bert Flöck und David Langner, die bekanntermaßen als unabhängige Kandidaten, aber mit Unterstützung der CDU beziehungsweise SPD antreten, im Moment eine Menge Geld aus. Kaum ein Straßenzug, an dem man nicht von großen Werbetafeln oder kleinen Plakaten auf eines der beiden Gesichter blickt, viele Flyer, die in den Briefkästen landen. Das alles muss bezahlt werden.

Die Plakate, die derzeit an den meisten Laternenpfählen in Koblenz hängen, zählen zu den größten Posten in den Wahlkampfbudgets der beiden Oberbürgermeisterkandidaten David Langner und Bert Flöck – insgesamt werden jeweils fünfstellige Beträge investiert. Mit Erfolg?
Andreas Egenolf

Auf Nachfrage der Rhein-Zeitung legen die beiden OB-Kandidaten ihre Zahlen vor. Für den Wahlkampf hat David Langner (Stand 5. Oktober) danach bisher knapp 57.000 Euro ausgegeben. Der größte Batzen entfällt dabei auf Anzeigen und Werbemittel wie Flyer und Plakate (65 Prozent). Das sind etwa 37.000 Euro. Etwa 12.500 Euro verschlingt die professionelle Verteilung der Werbemittel. Rund 8 Prozent der Wahlkampfausgaben sind Verwaltungskosten. Vor allem geht es dabei um Gelder, die die SPD-Regionalgeschäftsstelle für die Koordination von Verteilungsaktionen oder Vorbereitungen von Veranstaltungen in Rechnung stellt. Knapp 3000 Euro sind zudem in Veranstaltungen geflossen.

Bert Flöck hat bisher zwischen 65.000 und 70.000 Euro ausgegeben, schreibt er in seiner Mail. Auch bei ihm sind die größten Positionen rund 14.000 Euro für Anzeigen, rund 30.000 Euro für die Großwerbetafeln inklusive Druck und Layout, etwa 4500 für Plakate, 8000 für Flyer, 6200 für deren Postversand und verschiedene kleinere Positionen. Im Vergleich zu vielen anderen Städten ist das Budget aber sogar noch recht gering, sagt David Langner, und auch Bert Flöck betont, dass er sparsam gehaushaltet hat: „Ich weiß, dass das für viele viel Geld ist. Aber durch die Direktwahl ist es eben nötig, mit Plakaten und Ähnlichem präsent zu sein, und allein die Großwerbetafeln sind immens teuer.“ Und woher kommt das Geld, das die beiden unabhängigen Kandidaten für ihren Wahlkampf zur Verfügung haben? Bert Flöck bleibt in seiner Antwort allgemein: „Diese Kosten werden gedeckt durch Eigenmittel, Spendengelder und einen Unterstützungsbeitrag der CDU“, schreibt er. Wie hoch der ist, dazu gibt die CDU keine Auskunft. Ebenso möchte Flöck zur Höhe seines persönlichen monetären Einsatzes nichts sagen: „Das ist doch Privatsache, meine ich.“

David Langner wird konkreter: 30 Prozent der Kosten hat er aus Eigenmitteln beigesteuert, teilt er mit. Das sind gut 17.000 Euro. Etwa die Hälfte des Budgets stammt aus Spenden von Personen oder Firmen, wobei keine dieser Spenden größer ist als 2000 Euro und die allermeisten von Einzelpersonen stammen. Die Anzeigen der Unterstützer sind darin enthalten. Die übrigen 20 Prozent, also gut 11.000 Euro, kommen „aus Zuschüssen diverser Parteigliederungen“. Bekanntlich wird Langner ja von der SPD unterstützt.

Ohne die Unterstützung vieler Ehrenamtlicher aber wären die Kosten noch enorm viel höher, sagen sowohl David Langner als auch Bert Flöck. „Das ist ein riesiger Batzen, der da eingespart werden kann“, erklärt Langner und verweist als Beispiel auf das Layout von Werbematerialien, das nicht an professionelle Firmen vergeben werden musste. Sonst wäre der Wahlkampf sehr viel teurer geworden. Das bestätigt auch Bert Flöck: „Das, was man an Unterstützung im Bekannten- oder Freundeskreis bekommt, indem jemand einen Text redigiert oder einen Fahrdienst übernimmt, kann man ja gar nicht ermessen.“

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

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