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Dünfus/Mayen

Vor 50 Jahren kam erster Opel GT auf den Markt: Paul Ungers besitzt eines der seltenen Exemplare

Elvira Bell

„Nur Fliegen ist schöner.“ Getreu diesem Opel-Werbeslogan hat sich Paul Ungers aus Dünfus seinen Wunsch erfüllt. Unter diesem griffigen Spruch warb der Autohersteller aus Rüsselsheim in den 70er-Jahren für seinen Opel GT, ein cooler Zweisitzer.

Paul Ungers mit seinem Opel GT, Baujahr 1972. Das Kultauto wird nur bei schönem Wetter zu der ein oder anderen Spritztour aus der Garage geholt.
Elvira Bell

Als der Opel GT vor 50 Jahren die Herzen einer ganzen Automobilgeneration eroberte, war Paul Ungers gerade mal sechs Jahre alt. Die Begegnung mit dem lediglich 1,22 Meter hohen Flitzer beeindruckte den Jungen. „Ich war infiziert.“ Der legendäre Sportwagen hat eine atemberaubend schlanke Taille, vorn Klappscheinwerfer, sogenannte Schlafaugen, einen Mittelmotor und sportliches Interieur.

Nur wenige Jahre später kam er mit dem Auto zum ersten Mal in Berührung. „Gerd Horst aus Dünfus, ein echter GT-Freak, hat mich einige Male mit seinem blauen Flitzer mit ins Kino genommen“, erinnert sich der Kfz-Meister. Als Paul Ungers Jahre später in Faid seine Lehre als Kfz-Mechaniker begann, wollte es der Zufall, dass er jeden Tag an einem Opel GT vorbeikam. „Als Lehrjunge musste ich für die Gesellen immer einkaufen gehen, und da stand der durch einen Unfall stark in Mitleidenschaft gezogene Exot völlig achtlos auf einer Wiese.“

Kurz vor seinem 18. Geburtstag fasste sich Ungers ein Herz. Er fragte den Besitzer, ob er das Auto verkaufen würde. Ja – für den Kfz-Lehrling ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Viele Stunden harter Arbeit hat er in den blauen, damals sieben Jahre alten Flitzer mit der 1,9 Liter Maschine gesteckt. Auch sein Vater half kräftig mit, das 2600 Mark teure Fahrzeug auf Vordermann zu bringen. „2600 Mark, das war seinerzeit viel Geld.“ Schließlich hatte er im dritten Ausbildungsjahr nur 320 Mark im Monat verdient.

Für Paul Ungers war sein erster Opel GT viel mehr als nur ein Auto. Auch in Mayen sorgte sein Erstfahrzeug, wenn er damit durch die Straßen fuhr, für Aufsehen, denn nach seiner Ausbildung hatte es den jungen Gesellen für acht Jahre beruflich zu BMW Simon in die Eifelstadt verschlagen.

Doch irgendwann trennten sich die Wege, und der Kfz-Meister musste sich schweren Herzens von seinem ersten Traum verabschieden. Der Marke Opel ist er aber treu geblieben, den GT-Virus hatte er weiterhin inne. Vor rund 15 Jahren war es so weit. „Ich habe im Internet recherchiert und mich ganz gezielt auf die Suche nach einem GT gemacht.“ Als er kurze Zeit später, um eine „Rohkarosse“ zu kaufen, mit seinem Anhänger in Richtung Sauerland aufgebrochen war, wusste seine Frau sofort Bescheid. Mit einem weiteren baugleichen Artgenossen, den er von einem Enkel eines Werksangehörigen gekauft hatte, machte er aus zwei Fahrzeugen ein Schmuckstück. „Ich habe innerhalb von drei Jahren 1800 Stunden daran gearbeitet.“

Heute wird der blaue, 90 PS starke Oldtimer, den der verheiratete Familienvater liebevoll die „kleine Corvette“ nennt, nur bei schönem Wetter bewegt. „Die Kinder staunen, wenn sie sehen, was mein GT für schöne Augen hat, wenn die runden Scheinwerfer hervorspringen und klimpern.“ Stolz macht es Ungers auch ein wenig, wenn er sieht, wie die Leute begeistert auf den heißen Auftritt seines Autos reagieren. Und auch ein Blick unter die Haube lohnt sich: Ein Mittelmotor verleiht dem GT einen besonderen Charakter. Denn der Motor sitzt nicht auf der Vorderachse, sondern nach hinten versetzt auf einem Extraträger. Der Opel GT – ein in vielerlei Hinsicht außergewöhnliches Gefährt.

Von unserer Mitarbeiterin Elvira Bell

Der Opel GT: Historie

1968 rollte der erste Opel GT vom Band. Es gab drei Versionen. Besonders gefragt war der GT 1900.

Jedes zweite der insgesamt 103.463 gebauten Exemplare ging in die USA. Dort sorgte der Opel GT als „kleine Chevy Corvette“ für Aufsehen. Der Einstiegspreis für den erschwinglichen deutschen Sportwagen lag bei gut 10.000 Mark. Nach gut fünf Jahren beendete Opel die Erfolgsgeschichte des GT – der letzte lief 1973 vom Band. Das historische Fahrzeug der GT-Serie aus dem Hause Opel hat keinen direkten Nachfolger. 

Mayen-Andernach
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