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Montabaur Hachenburg

Wieder Radmuttern gelöst: Fahrer merkt im Auto, dass etwas nicht stimmt

Schon wieder haben Unbekannte Radmuttern an einem Auto gelöst. Und schon wieder ist es allein dem Glück zu verdanken, dass niemand verletzt wurde.

Ein Albtraum für Autofahrer: Immer wieder lockern Unbekannte Radmuttern an Autos.
dpa/picture alliance

Alle vier Muttern am vorderen linken Rad eines Ford Fiesta sind in Merkelbach (VG Hachenburg) gelöst worden. Der bisher unbekannte Täter schlug im Zeitraum von Freitag, 11., bis Montag, 14. Mai, zu. Wie die Polizei mitteilt, bemerkte der Fahrer, während er mit dem Auto unterwegs war, dass etwas nicht stimmt. Ein Schaden ist nicht entstanden. Wer Hinweise zum Täter geben kann oder etwas Verdächtiges beobachtet hat, soll sich bei der Polizei Hachenburg unter der Telefonnummer 02662/955 80 melden.

Erst am Montag berichtete die Polizei in Norken (VG Bad Marienberg) ebenfalls von einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Ein Unbekannter hatte an einem schwarzen Chrysler Voyager die Radmuttern aller vier Räder gelöst. Während der Fahrt wurden merkwürdige Geräusche festgestellt.

Immer wieder machen sich Täter an Autos zu schaffen. Selbst die nur knapp 440 Einwohner zählende Gemeinde Merkelbach ist nicht das erste Mal betroffen. Mitte des vergangenen Jahres lösten Unbekannte an einem 3er BMW mehrere Radmuttern. Auch hier wurde niemand verletzt, da die Fahrerin den Vorfall rechtzeitig bemerkte.

Bei merkwürdigen Fahrgeräuschen oder ungewöhnlichem Fahrverhalten rät die Polizei, unverzüglich an geeigneter Stelle anzuhalten und die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs, insbesondere die ordnungsgemäße Befestigung der Räder, zu überprüfen. Im Bedarfsfall sei vor der Weiterfahrt eine Fachwerkstatt oder der Pannendienst zu kontaktieren.

Reifenwechsel
Bei Reifenkontrolle auch immer wieder auf die Radmuttern achten. (Symbolbild)
dpa

Nicht die einzigen Fälle

  • 11. Mai 2018: Unbekannte haben an einem Pkw, der in der Dr.-Sonnenschein-Straße in Andernach geparkt war, an zwei Rädern jeweils alle fünf Radmuttern gelöst.
  • 15. bis 19. April 2018: Einem Unfall entgangen ist der Fahrer eines dunklen Ford Mondeo in der Weidenstraße im Linzer Stadtteil Roniger Hof. Unbekannte lösten an einem Rad vier von fünf Radmuttern. Lediglich die mit Sicherheitsschloss versehene Radmutter bekamen die Täter nicht auf.
  • 17. bis 19. März 2018: Unbekannte haben an einem geparkten Pkw in der Hauptstraße in Ockenfels alle vier Reifen zerstochen und im Anschluss die Radmuttern gelöst.
  • 4. Dezember 2017: Im Montabaurer Wohngebiet Himmelfeld hat ein Unbekannter die Radmuttern an einem Auto gelöst. Auch hier bemerkte die Fahrerin die losen Schrauben rechtzeitig.
  • 16. März 2018: Alle Muttern eines Hinterrads wurden an einem schwarzen VW Golf Kombi gelöst, als er von 7 bis 11 Uhr auf dem Bito-Parkplatz an der Deslocher Straße in Meisenheim stand. Die Fahrerin bemerkte erst während der Fahrt, dass etwas nicht stimmte, und konnte anhalten, ehe Schlimmeres passierte.

Die Liste könnte noch um zahlreiche Beispiele erweitert werden… Allein von Mai bis Ende Juli wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Koblenz mehr als 130 Vorfälle registriert. Die meisten davon zählte die zugehörige Polizeidirektion Neuwied: Dort wurden 64 Fälle aktenkundig, viele davon im Kreis Altenkirchen.

Wer Radmuttern löst begeht nach Paragraf 315b des Strafgesetzbuches einen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr

Selbst vor Rettungskräften machen die Täter nicht halt. Eine 22-jährige Mitarbeiterin des DRK-Kreisverbandes Ahrweiler ist im März 2017 mit einem Notarzteinsatzfahrzeug vom Nürburgring nach Koblenz unterwegs. Auf der Autobahn spürt sie, dass irgendwas an dem für einen Notarzteinsatz ausgerüsteten Ford Kuga nicht stimmt. Sie kann das Fahrzeug anhalten und stellt fest, dass alle fünf Radmuttern am linken Vorderrad locker sind. Die Polizei wird alarmiert. Bei einer Überprüfung bestätigt sich der erste Verdacht: Die Radmuttern wurden vorsätzlich manipuliert.

Die Opfer haben meistens Glück und kommen mit dem Schrecken davon. Leider liest man selten, dass die Täter geschnappt wurden. Dabei ist das Lösen von Radmuttern keinesfalls ein Kavaliersdelikt. „Wer die Sicherheit des Straßenverkehrs dadurch beeinträchtigt, dass er Anlagen oder Fahrzeuge zerstört, beschädigt oder beseitigt [...] und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft“, heißt es im Paragraf 315b des Strafgesetzbuches. In besonders schweren Fällen kann eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren verhängt werden.

me

Gefährliche Eingriffe in den Straßenverkehr (§ 315b Strafgesetzbuch)

(1) Wer die Sicherheit des Straßenverkehrs dadurch beeinträchtigt, dass er

  1. Anlagen oder Fahrzeuge zerstört, beschädigt oder beseitigt,
  2. Hindernisse bereitet oder
  3. einen ähnlichen, ebenso gefährlichen Eingriff vornimmt, und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) Handelt der Täter unter den Voraussetzungen des § 315 Abs. 3, so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren, in minder schweren Fällen Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren.

(4) Wer in den Fällen des Absatzes 1 die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(5) Wer in den Fällen des Absatzes 1 fahrlässig handelt und die Gefahr fahrlässig verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

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