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Betzdorf will nächstem Spitzenteam die Stirn bieten – Malberg erwartet in Mendig harte Arbeit – Neitersen spielt an der Mosel

12.10.2017, 18:43 Uhr

Ein Heimspiel am Freitagabend und zwei Auswärtsauftritte am Sonntagnachmittag – so gestaltet sich das Programm der heimischen Fußball-Rheinlandligisten an diesem Wochenende.

Dranbleiben – so wie in dieser Szene Simon Weinlich (in weiß) am Gegenspieler – wollen die Rheinlandliga-Fußballer der SG Malberg/Rosenheim nach zuletzt vier Punkten aus zwei Spielen. Am Sonntag soll in Mendig das nächste Erfolgserlebnis her. Foto: Regina Brühl

SG 06 Betzdorf – SG Mülheim-Kärlich (Fr., 19.30 Uhr). Zum ersten Mal seit langem musste die SG 06 ihrer Personalnot so richtig Tribut zollen. Beim 3:5 in Ellscheid hatte zur Pause noch rein gar nichts darauf hingedeutet, dass die Betzdorfer auch nur einen Punkt herschenken würden. Doch nach dem Seitenwechsel schwanden mehr und mehr die Kräfte, was letztlich dazu führte, dass die Sieg-Heller-Städter in nur 45 Minuten genau so viele Gegentreffer kassierten, wie in den vorangegangenen fünf Partien zusammen. Immerhin konnte die junge Truppe von Marco Weller in dieser Woche etwas durchschnaufen, um nun im nächsten Heimspiel erneut einem der Spitzenteams der Liga die Stirn zu bieten – ganz so, wie es die Mannschaft erst vor anderthalb Wochen gegen Tabellenführer Eisbachtal gemacht hat. In der vergangenen Spielzeit setzte es gegen Mülheim-Kärlich zwei klare Niederlagen, einem 0:3 in Betzdorf folgte im zweiten Duell gar ein 2:7. Das soll heute Abend freilich anders laufen, auch wenn der Gast vom Rhein zurzeit vor Selbstvertrauen strotzt.

Vier Siege in Folge stehen auf dem Mülheimer Konto, dabei erzielte die Mannschaft von Trainer Patrick Wagner-Galda 17 Tore und ließ nur zwei Treffer zu. Eine Bilanz, die sich nicht nur sehen lassen kann, sondern die das Team auf Tabellenplatz zwei und bis auf einen Punkt an Spitzenreiter Eisbachtal heranbrachte. „Es ist schon erstaunlich, in welch kurzer Zeit sich die Mannschaft stabilisiert und entwickelt hat“, meint Galda. „Aber wir bleiben auf dem Teppich und heben jetzt nicht ab. Wir schauen von Spiel zu Spiel und wissen, dass heute Abend schon eine schwere Hürde vor uns liegt. Die Betzdorfer sind in der Lage, an einem guten Tag jeden zu schlagen. Wenn wir unsere Serie fortsetzen wollen, müssen wir so auftreten wie in den letzten Partien. Ein wenig nachzulassen wird sofort bestraft. Ich bin gespannt, ob wir die Konstanz der letzten Wochen auch in Betzdorf an den Tag legen können“, sagt Mülheim-Kärlichs Trainer und fügt an: „Es müssen ja nicht immer fünf Tore sein. Wenn wir ein Tor mehr schießen als der Gegner, wäre ich schon zufrieden.“

SG Mendig/Bell – SG Malberg/Rosenheim (So., 14.30 Uhr). Ein 6:2-Erfolg gegen die Koblenzer Regionalliga-Reserve, ein Punktgewinn beim 1:1 gegen Andernach – im Großen und Ganzen verliefen die jüngsten beiden Spiele der SG Malberg in etwa so, wie sich Trainer Michael Boll das vorstellt. Mit den vier Zählern, die dabei heraussprangen, ist er allerdings nicht ganz zufrieden. „So, wie das Spiel gegen Andernach gelaufen ist, hätten es auch sechs Punkte sein können.“ Seine Mannschaft scheint mittlerweile zwar wieder wesentlich gefestigter zu sein als in der Phase vor diesen beiden Begegnungen, doch gebe es laut Boll immer noch einige Stellschrauben, an denen gedreht werden müsse – und an denen seine Spieler vor der nächsten Aufgabe auch dringend noch ein bisschen drehen sollten. „In Mendig wird uns mehr Arbeit erwarten“, vermutet Boll. „Die haben in Neitersen verloren, sind deshalb angefressen und werden dementsprechend zu Werke gehen“, warnt der Trainer seine Mannen schon einmal vor. Unrecht scheint er mit seiner Einschätzung jedenfalls nicht zu haben.

„Nach dem Rückstand zur Halbzeit sind wir gut gestartet und hatten nach dem Ausgleich eigentlich alles im Griff“, blickt Mendigs Trainer Cornel Hirt auf die 1:3-Niederlage an dessen alter Wirkungsstätte zurück. „Allerdings haben wir uns dann zu viel mit dem Schiedsrichter beschäftigt, anstatt unser Ding weiter durchzuziehen. Die Undiszipliniertheiten, insbesondere die Gelb-Rote Karte gegen Matthias Strahl, haben uns auf die Verliererstraße gebracht. Ich bin mir sicher, dass wir mit elf Mann nicht verloren hätten.“ Die Mendiger Serie von sechs Spielen ohne Niederlage war damit beendet.

In der jüngsten Vergangenheit waren die Begegnungen zwischen Malberg und Mendig stets enge Angelegenheiten, in den letzten vier Spielen machte maximal ein Tor den Unterschied aus. „Die Malberger haben eine eingespielte Mannschaft mit Qualität. Zwar haben sie in Markus Nickol einen wichtigen Mann kurzfristig verloren, doch allein das 6:2 bei Koblenz II ist Beweis genug, dass wir starke Gäste erwarten“, weiß Hirt, dass es wohl auch diesmal eine enge Kiste geben wird.

SV Mehring – SG Neitersen/Altenkirchen (So., 14.30 Uhr). Ein Sieg gegen den alten Trainer tut immer gut. Doch was für einige der Neiterser Spieler nach dem 3:1 gegen Mendig galt, war für die gesamte Mannschaft mehr als ein Triumph über Ex-Coach Cornel Hirt. Denn die Wiedbachtaler und Kreisstädter hatten damit immerhin auch den Sechsten der Tabelle in die Schranken gewiesen – verdientermaßen, wie Maik Rumpel auch einige Tage danach betont. „Wir waren spielerisch gut und sind vor allen Dingen diszipliniert aufgetreten“, blickt Neitersens Trainer zurück. Generell ist er der Meinung, dass seine und die Arbeit seines spielenden Co-Trainer Lukas Haubrich mehr und mehr Früchte trägt. „Auch wenn die Ergebnisse nicht immer stimmen, wirkt die Mannschaft doch sehr viel stabiler als noch zu Saisonbeginn.“ Eine Entwicklung sei unverkennbar, sagt Rumpel.

Ein Auf und Ab hinsichtlich seiner Resultate erlebt auch der nächste Gegner der Westerwälder. In der Vorsaison noch knapp an der Aufstiegsrunde zur Oberliga vorbeigeschrammt, musste der SV Mehring über den Sommer hinweg zahlreiche Abgänge von Leistungsträgern wie beispielsweise Torjäger Jan Brandscheid verkraften. Zurzeit finden sich die Moselaner mit 16 Punkten auf Platz neun der Tabelle wieder und liegen damit für die SG in Reichweite. Auch deshalb erwartet Rumpel „ein Spiel auf Augenhöhe“. Dass die Mehringer in der Vorwoche daheim mit 0:3 dem Aufsteiger Oberwinter unterlagen, soll am Sonntag in den Köpfen seiner Spieler ebenso wenig eine Rolle spielen wie die weite Anfahrt von rund zwei Stunden. „Wir wollen früh genug da sein und die Beine noch mal ausschütteln, um mit der nötigen Frische ins Spiel zu gehen.“ Wieder im Aufgebot steht der zuletzt privat verhinderte Nico Hees, fraglich ist der Einsatz von Jannik Stein (Mandelentzündung). hun/jam

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