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Kirn

Dobardzijev und seine Glückssocken: Kirner gewinnen Generalprobe für das Topspiel

Tina Paare

Mit Entschlossenheit ziehen die Handballer der TuS Kirn regelmäßig zum Tor. Ebenso entschlossen gehen sie ihrem Ziel entgegen: der Meisterschaft in der Rheinhessenliga. Durch ihren 31:21 (13:10)-Sieg über den TV Nieder-Olm sind sie dem Titelgewinn einen großen Schritt nähergekommen. Legt der Primus nächsten Sonntag im Spitzenspiel gegen den TV Bodenheim nach, kann er vorzeitig die Korken knallen lassen.

Im Duell mit den Nieder-Olmern (4.), in deren Diensten der Ex-Kirner Florian Deyer steht, bewiesen die TuS-Akteure, dass sie sich von Rückschlägen nicht unterkriegen lassen. In Marko Cosic, der zurück nach Kroatien ist, und dem verletzten Christoph Schumann fehlten zwei Leistungsträger, doch die Kirner kompensierten die Ausfälle ausgezeichnet. Zur Stabilisierung der Defensive war Sebastian Rothenberger ins Team gekommen, und am Kreis wirbelte in Nicolas Friedrich ein A-Jugendlicher, der seit Januar bei den Männern trainiert. Für beide hatte Spielertrainer Dejan Dobardzijev lobende Worte parat: „Sebastian war super stark in der Abwehr. Auch mit Nicolas hat das super geklappt.“ Umso mehr hofft Dobardzijev, dass Rothenberger trotz einer anstehenden Klausur auch am Sonntag in Bodenheim dabei sein kann.

Personell hatte der TuS-Coach mehr Spielraum als in der Vorwoche, und das machte sich beim vorletzten Heimspiel in der Kyrau-Halle bemerkbar. Von Beginn an ließen die Kirner keinen Zweifel aufkommen, wohin die Reise gehen soll. Schnell zogen sie auf 4:0 und 5:1 davon, ehe die Gäste sich herankämpften. Vor allem TV-Torjäger Zeljko Martinovic kam immer wieder zum Abschluss, steuerte sechs Treffer bei zum 8:9 (17.), scheiterte aber bei zwei Strafwürfen an TuS-Keeper Nikola Knezevic, der insgesamt drei Siebenmeter vereitelte. In Minute 26 verkürzten die Gäste noch einmal auf einen Treffer (10:11), doch die Kirner verriegelten fortan den Weg zum Tor und legten bis zur Pause selbst zwei Treffer nach. In der zweiten Hälfte marschierten sie weiter davon. Ihr 7:0-Lauf bescherte ihnen einen beruhigenden 17:10-Vorsprung. Die TuS hielt Tempo und Intensität hoch, brachte auch in den letzten sechs Minuten den Ball im Tor unter, als die Nieder-Olmer ab der Mittellinie mit einer Mann-Mann-Deckung agierten.

„Wir haben Charakter gezeigt. Vergangene Woche in Bretzenheim waren wir nicht gut. Nun waren wir tausend Mal besser“, freute sich Dobardzijev, der in einem zerrissenen Trikot aufgelaufen war. „Da war ein Gegner zu stark“, erzählte der Spielertrainer schmunzelnd und zeigte dann auf seine weißen Sportsocken, die er trotz eines Lochs im Schaft die ganze Saison über trägt. Sie bringen Glück – und das kann auf dem Weg zur Meisterschaft nicht schaden.

TuS Kirn: Knezevic/Bertram – Magro-Arzt (10/3), Marquis (6), Dobardzijev (4), Leonhard (3), Friedrich (3), Dörr (2/1), Sehls (2), Rothenberger (1), Hahn.

Von unserer Mitarbeiterin Tina Paare

Handball (E)
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