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Baku

Ein einziger Fehler: Kyrylo Sonn wird bei EM der Trampolinturner Fünfter

Niemand weiß, was im Endklassement wirklich herausgesprungen wäre, hätte Kyrylo Sonn diesen einen einzigen Fehler unterlassen. Doch er hat ihn nun einmal gemacht. Deswegen musste sich der Trampolinturner des MTV Bad Kreuznach bei der Europameisterschaft in Baku (Aserbaidschan) am Ende mit dem fünften Platz zufriedengeben.

Kyrylo Sonn belegte bei der EM Rang fünf. Foto: Christoph Erbelding

Das ist freilich immer noch ein starkes Ergebnis für den 27-Jährigen, der dem Druck in der Qualifikation und im Halbfinale standgehalten, der in beeindruckender Art ins Finale der besten acht Trampolinturner vorgedrungen war. Doch dort sollte es nicht sein, ging der Traum vom ganz großen Wurf, von einer Platzierung in den Medaillenrängen, nicht in Erfüllung. „Ich weiß nicht, ob es zum dritten Platz gereicht hätte, wenn er diesen einen Fehler nicht gemacht hätte“, sagte Steffen Eislöffel, Sonns Trainer am Bundesstützpunkt in Bad Kreuznach, der das EM-Finale von der Nahe aus per Livestream verfolgt hatte. „Vielleicht wäre er auch nur Vierter geworden. Der Fehler ist ärgerlich, das weiß Kyry selbst. Aber insgesamt ist seine Performance sehr zufriedenstellend“, ergänzte der Coach. Bei seiner letzten Aktion während der finalen Übung hatte sich Sonn einen Standfehler erlaubt. Das kostete ihn Punkte. Am Ende waren es 55,820 Zähler, die bei ihm zu Buche schlugen. Europameister Diogo Ganhchinho aus Portugal kam auf 60,130 Zähler.

Platz fünf unter 62 Startern. 38 waren bereits nach der Qualifikation ausgesiebt worden. 16 weitere flogen nach dem Halbfinale raus. Es ist natürlich eine reife Leistung, die Sonn auf das Tuch gebracht hat in Baku, in einer Stadt, mit der er sowieso gute Erinnerungen verbindet, schließlich gewann er in Aserbaidschan im Jahr 2015 gemeinsam mit Martin Gromowski Synchron-Bronze bei den Europa-Spielen. Nicht einen Fehler hatte er sich bis zur letzten Aktion erlaubt und somit über weite Strecken enorm stabil agiert. Das wird er weiterhin tun müssen, will er sein eigentliches Ziel erreichen: die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio. Baku macht dem MTVler auf jeden Fall Mut, bestärkt seinen Glauben, auf dem richtigen Weg zu sein.

Vielleicht wird es ja sogar einem Bad Kreuznacher Duo gelingen, das große Ziel Olympia in Angriff zu nehmen. In Fabian Vogel war schließlich noch ein weiterer MTV-Athlet in Baku dabei, und auch der 23-Jährige wusste mit dem 13. Platz letztlich zu überzeugen. Damit gelang es Vogel, seinen Wettkampf versöhnlich abzuschließen. Nach der Qualifikation hatte er auf Rang 24 gelegen. „Wir müssen noch schauen, warum er im Vorkampf so verhalten geturnt hat“, sagte Eislöffel zu Vogels Darbietung zu Beginn der EM. Vogel legte dann eine Schippe drauf und ließ noch einige Konkurrenten hinter sich, unter anderem den amtierenden Olympiasieger Uladsislau Hantscharou, der nur den 23. Platz belegte. Christoph Erbelding

Regionalsport extra (E)
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