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Bad Kreuznach

Nelson Rodrigues als Coach bei der Wein-EM: Der sechste Rang soll nur ein Anfang sein

Christoph Erbelding

Die Erlebnisse, die Nelson Rodrigues bei der Wein-Europameisterschaft als Nationaltrainer der portugiesischen Mannschaft gemacht hat, musste der Bad Kreuznacher direkt nach seiner Rückkehr nach Deutschland erst einmal ausblenden.

Ein Termin während der Wein-Europameisterschaft führte den Bad Kreuznacher Nelson Rodrigues, Trainer des portugiesischen Teams, mit der slowenischen Weinkönigin Katarina Pungracic zusammen. Foto: Robert Lönarz

Es galt schließlich, als Coach mit dem Fußball-Verbandsligisten Hassia Bingen den Aufstieg in die Oberliga klarzumachen – was Rodrigues und den Hassiaten gegen die Eisbachtaler Sportfreunde in einem Herzschlagfinale mit einem 1:0-Erfolg gelang. Rodrigues hatte zuletzt also doppelten Grund zur Freude: Seine Trainer-Haupttätigkeit mit den Bingern brachte den erhofften Aufstieg, und auch das Weinelf-Projekt mit seinem Heimatland Portugal kann als Erfolg bezeichnet werden.

Mit dem sechsten Platz unter acht Teams beendeten die Portugiesen das Turnier. „Für uns galt das alte Motto: Dabei sein ist alles. Wir wollten lernen, dafür war dieses Turnier ideal“, erläutert Rodrigues. Die positiven Eindrücke überwogen ganz eindeutig bei Rodrigues, die sportlichen Aspekte spielten eine Nebenrolle, auch wenn die Portugiesen durchaus zu überzeugen wussten. Letztlich erreichten sie die Partie um den fünften Platz, unterlagen Ungarn allerdings mit 1:3.

14 Akteure, die im Hauptberuf als Winzer in Portugal arbeiten, hatte der Kader der Rodrigues-Auswahl aufgenommen. Rodrigues hatte knapp ein Jahr an diesem Projekt gearbeitet. „Zwei Spieler würde ich auch sofort in den Kader der Hassia aufnehmen“, betonte der Binger Coach. Die weiteren Spieler bewegten sich in etwa auf Landesliga-Niveau. Mit den Topteams des Feldes konnten die Portugiesen nicht ganz mithalten, so auch nicht mit dem deutschen Team um Konstantin Gänz vom SV Alemannia Waldalgesheim oder Matthias Gutzler, der zu Oberliga-Zeiten bei der SG Eintracht Bad Kreuznach aktiv war und 13 Regionalligaspiele für Wormatia Worms bestritten hat. Die Deutschen schafften den Sprung ins Finale, dort allerdings war gegen Gastgeber Slowenien Endstation (2:3).

Ein wenig durften sich die portugiesischen Fußballer und Rodrigues wie Profis fühlen. Sie nahmen viele Werbetermine, die der Weinvermarktung galten, wahr. Die Spiele stiegen in schmucken Stadien vor teilweise 800 Zuschauern, vor den Partien ertönten die Nationalhymnen. „Das ist immer ein besonderer Moment, auch wenn er für mich nicht ganz neu war“, erläuterte Rodrigues, der in jungen Jahren als Hockeyspieler Länderspiele für Portugal im Nachwuchsbereich bestritten hat. Dass das Projekt mit dem Wein-Nationalteam seines Heimatlandes weitergehen soll, untermauert ein Zusammenschluss aller EM-Teilnehmer. „Das ist sozusagen die Wuefa, die Uefa mit Wein-Bezug“, sagt Rodrigues, der hofft, dass sich dem Bündnis weitere Nationen anschließen.

Von unserem Redakteur
Christoph Erbelding

Fußball-Landesliga/Verbandsliga
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