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Andernach

SG 99 dominiert deutlich – und verliert doch mit 1:2

Die Enttäuschung war nach dem Abpfiff fast greifbar: Im Nachholspiel der 2. Frauenfußball-Bundesliga Süd hatte die SG 99 Andernach gegen den 1. FFC Niederkirchen vieles richtig gemacht, die Begegnung über weite Strecken deutlich dominiert, stand am Ende aber beim 1:2 (1:0) erstaunlicherweise mit leeren Händen da. Damit beendet der Aufsteiger leicht verspätet die Hinrunde auf dem letzten Platz des Zahlenwerks.

Jasmin Stümper (links) ackerte und rackerte in der Sturmspitze der SG 99 wie eh und je, blieb aber unterm Strich erfolglos. Hier nimmt sie es gleich mit zwei gegnerischen Spielerinnen aus Niederkirchen auf. Foto: Andreas Walz

Der Andernacher Teamchef Kappy Stümper schüttelte nach dem Duell auf dem Kunstrasen konsterniert den Kopf: „Es ist nicht zu fassen. Wir hätten aus unseren Chancen wesentlich mehr machen müssen. Wieder haben wir es nicht geschafft, trotz Überlegenheit ein Spiel gegen einen direkten Konkurrenten zu gewinnen.“ Seinem Gegenüber Niko Koutroubis war das Geschehen fast schon peinlich: „Wir haben unverdient gewonnen und hätten schon zur Halbzeitpause mit 3:0 oder 4:0 hinten liegen können. Andernach ist spielstark, da wundert es mich doch schon, dass die mit nur sieben Punkten am Tabellenende stehen.“

Komplimente, die die Andernacher Spielertrainerin Isabelle Stümper schon fast nicht mehr hören kann: „Schönreden bringt uns ja auch kein Stück weiter. Wir sind alle megafrustriert und enttäuscht, dass wir nicht einen Schritt in die richtige Richtung haben machen können.“ Die Bäckermädchen ergriffen von Beginn an die Initiative, die erste nennenswerte Aktion des Spiels war aber eine eher schmerzhafte. Die etwas übereifrige Antonia Hornberg und die herauseilende FFC-Torhüterin Nadine Winckler prallten nach einer knappen Viertelstunde mit den Köpfen zusammen. Während die Nummer eins der Gäste nach fast zehnminütiger Unterbrechung mit einem Cut an der linken Augenbraue weitermachen konnte, wurde die völlig desorientierte Hornberg vorsichtshalber mit dem Rettungswagen zur Beobachtung ins Andernacher Krankenhaus gebracht. Diagnose: schwere Gehirnerschütterung und ein eingerissenes Ohr. Die für sie eingewechselte Lisa Umbach hätte fast für Furore gesorgt, doch ihre Direktabnahme unmittelbar vorm Tor landete erst am rechten Innenpfosten, trudelte die Linie entlang und rollte dann aus der Gefahrenzone (28.). Etwas genauer zielte Maren Weingarz nach 38 Minuten, ihr Diagonalschuss traf ebenfalls die rechte Aluminiumstange, doch diesmal prallte das Spielgerät zum 1:0 ins Netz.

Einziges Manko vor der Pause und vor allem in den 15 Minuten danach: Die SG 99 versäumte es gleich mehrmals, den Vorsprung komfortabel auszubauen. Die gehandicapte Winckler zwischen den Pfosten wuchs über sich hinaus und hielt, was zu halten war – speziell bei zwei Freistößen von Andernachs Spielführerin Magdalena Schumacher war sie auf dem Posten. Bei einem Schuss von Anna Zimmermann (55.) war sie bereits geschlagen, doch da rettete die Latte.

Das Unheil nahm nach 68 Minuten seinen Lauf. Nach einem Freistoß beförderte Elisabeth Negele den Ball per Hinterkopf der hinter ihr postierten SG-Torfrau Kathrin Günther ins Gesicht, von dort sprang er zum 1:1 über die Linie. Und als ob das nicht schon übel genug gewesen wäre, kam es sogar noch dicker. Natalia Stulin traf nach einem Konter genau in den Winkel (87.), so ein Tor erzielt sie wohl auch nur selten. Isabelle Stümper: „Danach waren wir wie gelähmt. Man muss aber auch ehrlicherweise sagen, dass uns aufgrund schlechter Trainingsbeteiligung am Ende die Kräfte fehlten, um das Ding noch einmal in die gewünschte Bahn zu lenken.“

Abteilungsleiter Bodo Heinemann fasst ergänzend die bisherigen elf Punktpartien zusammen: „Wir spielen gewiss nicht wie ein Absteiger. Aber wir haben nun mal die Bilanz eines Tabellenletzten – und das allein zählt. Vielleicht haben wir ja mal in der Rückrunde das Glück, das uns bisher so oft gefehlt hat.“ Die zweite Halbserie beginnt für die SG 99 am nächsten Sonntag mit dem schwersten aller Heimspiele: Der FC Bayern München II schoss den gastgebenden TSV Schott Mainz mit 6:0 aus dem eigenen Stadion und will seine Tabellenführung natürlich auch in Andernach behaupten. red

SG 99 Andernach - 1. FFC Niederkirchen 1:2 (1:0)

Andernach: Günther - Langenfeld, Schumacher, Asteroth, Weingarz - Hornberg (23. Umbach), Isabelle Stümper, Zimmermann, Krumscheid - Jasmin Stümper, Sternitzke (73. Schmitt).

Niederkirchen: Winckler - Parsons (59. Striekert), Arcangioli, Mackert, Weinel, Schmahl, Klupp, Erbes (46. Negel, 81. Behrend), Stulin, Fend, Wolf.

Schiedsrichterin: Marina Wozniak (Herne).

Zuschauer: 85.

Tore: 1:0 Weingarz (38.), 1:1 Negele (68.), 1:2 Stulin (87.).

Nächste Aufgabe für Andernach: am Sonntag um 11 Uhr gegen den FC Bayern München II.

Frauenfußball (JDABCK)
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