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Bad Ems

Silas Hofmann fasst in der Rallyeszene Fuß

Der Durchbruch gelang bei der Rallye Wartburg, dem fünften von acht Läufen zum ADAC Rallye Masters, die gemeinsam mit der deutschen Rallye-Meisterschaft ausgetragen werden: Auf den 13 Wertungsprüfungen über 130 Kilometer rund um Eisenach fuhren Silas Hofmann (Bad Ems) und sein Co-Pilot Benedikt Preißmann (Obertiefenbach) in ihrem Citroën DS3 R1 in der Division 6 erstmals aufs Podium. Auf der Zielrampe wurden die glücklichen Rhein-Lahn-Youngster für den dritten Platz in der heiß umkämpften Division für die kleinsten Fahrzeuge im Feld geehrt.

Viel Staub aufgewirbelt bei der Wartburg-Rallye: Die Rhein-Lahn-Youngster Silas Hofmann (Bad Ems) und Benedikt Preißmann (Obertiefenbach) fuhren im Citroën DS3 R1 erstmals aufs Podest. Foto: enderich-presse-service

„Puh, das war eng, und gar nicht so einfach, wie es vielleicht aussah“, sagte Hofmann. Kurz vor dem Finale überraschte bei ansonsten brütender Hitze ein heftiger Regenschauer die Teams, die alle auf profillosen Reifen unterwegs waren. „Wir mussten auf den beiden nassen Prüfungen sehr vorsichtig sein, durften aber auch nicht zu viel Zeit verlieren, denn die Verfolger waren uns dicht auf den Fersen.“ Der Balanceakt gelang, Hofmann und Preißmann verteidigten den dritten Platz bis ins Ziel. „Dieser Wechsel an Herausforderungen, das ist genau das, was für mich den Rallyesport so faszinierend macht“, so der 19-Jährige. „Bei den Mastersläufen in diesem Jahr konnte ich schon sehr viel Erfahrungen sammeln. Die Veranstaltungen sind lang und fordernd bei immer wechselnden Voraussetzungen. Von Schnee über Dauerregen oder brütender Hitze und das Ganze auf Asphaltpisten, Mischbelägen oder auf Schotter – alles war schon dabei.“

Zwei sechste Plätze in Sulingen und Sachsen stehen auf der Habenseite. Beide Male hätte es aber durchaus weiter nach vorne gehen können. „In Sulingen kostete uns ein Reifenschaden sehr viel Zeit, und in Sachsen, dem ersten Einsatz gemeinsam mit Benedikt, waren es kleinere individuelle Fehler, die unserer Unerfahrenheit geschuldet waren. In der hart umkämpften Division wirst du dann sofort nach hinten durchgereicht“, erklärte Hofmann.

Der Tiefpunkt kam beim Auftritt am Stemweder Berg. Die Youngster des AMC Arzbach unterschätzten eine Kurve und rutschten einen Abhang herunter. Nicht nur einige Blechschäden entstanden am Fahrzeug, sondern es musste vor allem die komplette Vorderachse ausgetauscht werden. Bis zum Start rund um die Wartburg gingen die Lichter in der Werkstatt kaum mehr aus. Die gemeinsamen Starts mit Co-Pilot Benedikt Preißmann initiierte Hofmanns Mentor Christoph Schleimer (Obertiefenbach). Der frühere Werkspilot sagt zu seinen beiden Schützlingen: „Silas ist in diesem Jahr bewusst geworden, was es bedeutet, Rallye zu fahren. Dieser Sport ist wesentlich komplexer als seine bisherigen Starts im Kart oder beim Slalom. Die Aufgabenstellung beinhaltet die Vorbereitung des Autos, die Sponsorensuche, die Organisation der Mechaniker-Crew, die Logistik mit Übernachtungen und Verpflegung – und neben all dem gilt es dann noch, zwei Tage voll konzentriert am Steuer zu sitzen.“ Die Erfahrung, dass dann am Anfang Fehler passieren habe Silas Hofmann nun ebenfalls schon gemacht, das sei ein wichtiger Teil des Lernprozesses in diesem Sport, so Schleimer. „Für Benedikt war das ein absoluter Sprung ins kalte Wasser, er ist im Januar mit mir zusammen seine allererste Rallye als Co-Pilot gefahren“, sagt der erfahrene Obertiefenbacher. „Natürlich hat auch er seine ersten Fehler gemacht und daraus gelernt. Bei beiden geht die Entwicklung in die richtige Richtung und ist sehr vielversprechend.“

Nun geht es für Hofmann zu den ganz Großen des Rallyesports. Gemeinsam mit seinen Vereinskollegen vom AMC Arzbach organisiert er bei der ADAC Rallye Deutschland den Servicepark beim Weltmeisterschaftslauf am saarländischen Bostalsee. Mehr als eine Woche lang sorgen die Arzbacher – wie schon seit Jahren – dafür, dass beim Aufeinandertreffen der weltbesten Rallyepiloten im viel besuchten Servicepark alles perfekt abläuft.

Trotz der Punktverluste liegt Hofmann in der Jahreswertung der Division 6 auf dem fünften Platz, in der Gesamtwertung aller fünf Divisionen hat er mit Rang 18 in einem Feld von über 100 Startern den Sprung unter die besten 20 geschafft. So lauten denn auch seine Ziele für die verbleibenden Läufe: „Wir wollen uns weiter an die Spitze herankämpfen und uns noch den einen oder anderen Podestplatz erarbeiten.“ end

Motorsport (R)
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