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Tampere, Kreisstadt

U 20-WM in Finnland: Kolberg muss im Halbfinale bei atemberaubendem Tempo passen

Wolfgang Birkenstock

Ihre Enttäuschung hielt sich in Grenzen. „Ich wusste, dass es ein schnelles Rennen wird. Aber so etwas, das war der Wahnsinn“, sagte Majtie Kolberg am späten Mittwochnachmittag nach dem Halbfinale bei den U 20-Leichtathletik-Weltmeisterschaften im finnischen Tampere nicht ohne Anerkennung für die schnelle Konkurrenz. Die Mittelstrecklerin der LG Kreis Ahrweiler hatte bei einem mörderischen Anfangstempo keine Chance, das Finale über 800 Meter zu erreichen. In 2:10,66 Minuten landete sie am Ende auf Platz 22.

Im WM-Vorlauf war Majtie Kolberg von der LG Kreis Ahrweiler noch mutig vornweg gelaufen. Im Halbfinale kam sie gar nicht erst dazu angesichts des mörderischen Tempos, das die Äthiopierin Diribe Welteji vorlegte. So war Kolberg chancenlos. Foto: Iris Hensel

Der Vorlauf hatte da ein völlig anderes Bild geboten. „Ich bin direkt an die Spitze gegangen, weil es so langsam war“, so Kolberg. Dennoch war klar, dass nur die ersten vier das Halbfinale würden erreichen können, aber keine Läuferin über die Zeitregel. „Bei 600 Metern ging die Prügelei los“, erzählt sie. Da versuchten einige Konkurrentinnen, noch schnell vor der Kurve an ihr vorbeizuziehen.

Kolberg hielt dagegen, sodass sich auf der Zielgeraden ein spannender und enger Sprint entwickelte. Die Amerikanerin Caitlyn Collier war nach 2:11,31 Minuten als Erste im Ziel, Kolberg als Vierte nach 2:11,61 Minuten. „Es war mit Abstand das langsamste Rennen, ich habe Kraft gespart“, freute sie sich über das Ergebnis. „Aber ich habe auch taktische Fehler gemacht, ich habe zum Beispiel im Ziel zu früh aufgehört zu laufen.“

Taktische Fehler konnte sie im Halbfinale nicht machen. Sie habe einen Plan für das Rennen gehabt, räumt sie ein, „aber der hatte sich nach 200 Metern erledigt.“ Die Äthiopierin Diribe Welteji hielt nicht viel von taktischem Geplänkel, legte ein atemberaubendes Tempo vor, das Feld zog sich schnell weit auseinander. In 56,72 Sekunden absolvierte Welteji die erste Runde. „Da liegt meine Bestzeit über 400 Meter“, berichtet Kolberg. Sie selbst ging auch noch unter einer Minute durch – zu schnell für sie. „Um effizient zu laufen, muss ich so 60 bis 61 Sekunden angehen, um die zweite Runde noch gut rennen zu können“, erklärt sie. Unter den 24 Halbfinalistinnen erreichte sie in 2:10,66 Minuten Platz 22. Mit einer Zeit von 2:03,44 Minuten kam man ins Finale, 2,5 Sekunden unter Kolbergs Bestzeit. „Ich kann mit dem Erreichen des Halbfinales zufrieden sein. Es war eine Erfahrung“, sagt sie: „Ich wäre gerne noch eine gute Zeit gelaufen.“ Doch das war bei dem Rennverlauf nicht machbar.

Von unserem Mitarbeiter Wolfgang Birkenstock

Leichtathletik (ABCK)
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