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Wissen gastiert beim Drittletzten – Hamm vor "Pokalspiel" in Wirges – Weitefeld muss in Bad Ems ran

12.10.2017, 18:43 Uhr

Der zehnte Spieltag in der Fußball-Bezirksliga Ost hält diesmal keine kreisinternen Duelle bereit. Bis auf die SG Ellingen gehen an diesem Wochenende alle Vertreter auf Reisen.

In der Vorwoche lieferten sich die SG Weitefeld (in rot) und der VfB Wissen ein ansehnliches Duell. An diesem Wochenende stehen für beide Partien im Rhein-Lahn-Kreis an. Foto: Regina Brühl

VfL Bad Ems – SG Weitefeld-Langenbach/Friedewald/Neunkhausen (Fr., 19.30 Uhr). „Fast eine Heim-Macht“ ist der VfL Bad Ems nach den Worten seines Trainers Kay Ludwig in der Bezirksliga Ost geworden. Nach dem jüngsten Erfolg gegen die SG Ellingen, dem nun dritten Sieg auf der Silberau, wartet heute in der SG Weitefeld ein noch spielstärkerer Kontrahent. „Wir dürfen ihnen auf keinen Fall Raum geben und sie ins Spiel kommen lassen, sonst laufen wir nur hinterher“, warnt Ludwig. Die Aufgabe angehen kann er mit einem weitgehend kompletten Kader. Christian Richter wird allerdings fehlen und hinter dem Einsatz von Torwart Marvin Rixen steht ein Fragezeichen, weil er bald Vater wird. Als Vertreter würde dann Dennis Bender zwischen die Pfosten rücken, dessen Leistungen sein Trainer kaum schwächer einstuft als die seiner Nummer eins.

„In Bad Ems haben wir immer schlecht ausgesehen“, erinnert sich Weitfelds Trainer Jörg Mockenhaupt beispielsweise an das 1:2 in der Vorsaison. Doch das soll sich jetzt ändern. Auch aktuell fehlt der SG ein wenig das „Matchglück“, wie der Coach formuliert. Nach dem 0:2 gegen Wissen war er jedoch „nicht unzufrieden damit, wie wir aufgetreten sind“. Mockenhaupt will daher nicht viel ändern an der Mannschaft. Bei 17 Leuten im Training sieht die personelle Situation wieder günstiger aus. Maik Oliver Seibel wird aber noch gesperrt fehlen, Joshua Weller und Maximilian Strauch hindern Verletzungen am Mitwirken. Andere Spieler haben ihre Blessuren weitgehend überwunden und trainieren wieder. Unter dem Strich fehlen den Weitefeldern einige Optionen für die Offensive.

Spvgg. EGC Wirges – VfL Hamm (Sa., 17.30 Uhr). „Das wird auf keinen Fall ein Selbstläufer“, mahnt der Wirgeser Trainer Nikolai Foroutan vor dem Vergleich mit dem Tabellenletzten. Vor der Begegnung zweier Traditionsvereine will er sich „vom Tabellenbild nicht blenden lassen“. Gewarnt sein dürften seine Akteure von der unerwarteten 2:3-Niederlage in Müschenbach. „Wir brauchen eine klare Marschroute und ein anderes Abwehrverhalten“, folgert Foroutan aus diesem Misserfolg. Dabei sei nicht alles schlecht gewesen an der eigenen Leistung. Erfahrungen mit solchen Spielen müsse eine Mannschaft wohl machen. Ansonsten gibt Zuversicht, dass bei der EGC 17 Spieler am Training teilnehmen und alle fit sind. Es herrsche gesunder Konkurrenzkampf um die Startelfplätze.

Trotz einer erneuten Niederlage, diesmal gegen Montabaur, schöpft Hamms Trainer Philipp Höhner etwas Hoffnung im Abstiegskampf, denn die grundlegende Einstellung stimmte wieder bei seiner Mannschaft. „Das müssen wir annehmen wie ein Pokalspiel“, sagt er vor der Partie in Wirges, dann könnte womöglich dem Außenseiter eine Überraschung gelingen gegen „eines der Top-Teams der Liga“. Eines ist Höhner wichtig: „Wir müssen konstanter werden, die Leistungen sind noch zu schwankend.“ Es gelte, daran hart zu arbeiten. Anknüpfen möchte er gerne mit dem VfL an die Rückrunde der Vorsaison, als taktisch diszipliniert und effektiv Punkte gesammelt wurden. Am Samstag wird Daniel Krieger womöglich mit muskulären Problemen aussetzen müssen. Nick Madronte ist noch verletzt.

SG Elbert/Welschneudorf/Stahlhofen – SG Wallmenroth/Scheuerfeld (So., 14.30 Uhr, in Oberelbert). „Die Aufsteiger machen die Klasse stärker“, ist Elberts Trainer Michael Diel schon seit längerem überzeugt. Nach dem TuS Burgschwalbach hat es seine Mannschaft am Sonntag nun mit der SG Wallmenroth zu tun, einem direkten Tabellennachbarn. Einstellung und Geduld seien in der Partie wichtig. In Burgschwalbach fand Diel zwar das Ergebnis in Ordnung, aber nicht die Darbietung seiner Leute. Da habe der letzte Biss gefehlt, was schon im Abschlusstraining spürbar gewesen sei. „Alle müssen ein bisschen mehr machen“, verlangt der Übungsleiter. Das erscheint umso wichtiger, da etliche Elberter Spieler derzeit ausfallen. Diel lobt aber die nachgerückten Akteure. Zuletzt musste gar ein Feldspieler das Tor hüten, auf dieser Position ist allerdings wieder Besserung in Sicht.

Mit seinem Wallmenrother Trainer-Kollegen Stefan Häßler hat Diel gemeinsam, dass er nicht über Verletzungen von Spielern jammern will. Beim Aufsteiger gesellen sich zu fünf Langzeit-Verletzten jetzt auch Timo Schulz mit Verdacht auf einen Kreuzbandriss und Philipp Freudenberg mit einem Bänderanriss im Sprunggelenk hinzu. Doch es gelte, in dieser Lage den neu zu Nominierenden zu vertrauen. Ohne Druck dürfen die Wallmenrother nach Elbert fahren mit dem Ziel, den ersten Auswärtssieg der Saison zu landen. „Es werden Kleinigkeiten entscheiden“, vermutet Häßler, der einige Gegner auf ähnlichem Niveau vor seiner Mannschaft sieht. Die habe gegen Westerburg bewiesen, dass sie mit Rückschlägen umgehen kann, und Moral bewiesen. Zuvor war sie allerdings „20 Minuten nicht auf dem Platz“.

FSV Osterspai/Kamp-Bornhofen – VfB Wissen (So., 14.30 Uhr, in Kamp-Bornhofen). Wer Auswärtsspiele „vergeigt“, muss daheim punkten, und sei es gegen den Tabellenzweiten. So sieht Osterspais Trainer Nico Helbach die Lage vor dem Spiel gegen den VfB Wissen. „Wir müssen als Mannschaft auftreten, alle müssen nach hinten arbeiten, da darf sich keiner ausnehmen“, fordert er, denn seine Elf kassiert „viel zu viele Gegentore“. Bisher sind es 26 – fast drei im Schnitt pro Spiel. Der VfB Wissen stellt da ein Vorbild dar und besitzt bei nur acht Gegentreffern die sicherste Deckung der Liga. Kompakt zu stehen ist deswegen das erste Gebot. Verletzt fehlen werden dabei allerdings Max Kirchner und Christoph Heymann, gleichfalls zu ersetzen sind bei der FSV Till Hunsänger und Marvin Huss. „Bei einigen Angeschlagenen hoffen wir noch, dass sie fit werden“, sagt Helbach.

„Wir dürfen Selbstvertrauen haben, das sollte aber nicht zu Überheblichkeit führen“, erklärt Wissens Trainer Walter Reitz vor der Reise an den Rhein. Basis dafür ist das 2:0 in Weitefeld in einem „guten Spiel von beiden Seiten“. Doch Osterspai sei ebenfalls in der Bezirksliga etabliert und bekannt für seine Heimstärke und seinen Torjäger Adrian Knop, dessen Ruf auch in Wissen präsent sei. Neulich hat der VfB schlechte Erfahrung gemacht mit dem Können eines anderen Premium-Stürmers – David Quandel von der SG Emmerichenhain. Trotzdem will Reitz nach Kamp-Bornhofen fahren, um dort zu gewinnen. Einige Spieler werden fehlen, das gilt vor allem für Sebastian Land in der Abwehr. Hüseyin Samurkas ist hingegen zurück und erzielte in Weitefeld als Einwechselspieler bereits ein Tor.

SG Ellingen/Bonefeld/Willroth – TuS Burgschwalbach (So., 15 Uhr, in Straßenhaus). Nach der Kirmes und dem ersten Heimpunkt fährt der TuS Burgschwalbach zur SG Ellingen, um zu „versuchen, etwas mitzunehmen“ gegen einen eher unbekannten Gegner, sagt Trainer Torsten Baier. Seine Mannschaft soll sich nicht verstecken: „Wir werden keinesfalls hinfahren, um uns zu ergeben“. Um zu punkten, sei es aber nötig, „dass wir im Kollektiv besser verteidigen“. Dem Trainer ist aufgefallen, dass sein junges Team sich in manchen Situationen noch nicht clever genug verhalte und gelegentlich „zu brav“ auftrete. „Uns fehlt ein Häuptling auf dem Platz“, bedauert er, zumal der dafür geeignete Janosch Lauter noch länger verletzt aussetzen muss. Wieder im Kader stehen Maximilian Janz und Julian Kohl.

Einen oder mehrere Anführer braucht es auch bei der SG Ellingen, um nicht noch weiter in die Gefahrenzone abzurutschen. Trainer Thomas Kahler muss quasi seit Saisonbeginn improvisieren, nahezu eine komplette Mannschaft fehlt ihm verletzungsbedingt. Damit nicht genug, gesellt sich seit dem Gastspiel in Bad Ems zuletzt auch Matthias Schulz hinzu, der sich bei der 0:2-Niederlage die Schulter auskugelte. Abgesehen von einem 2:0-Erfolg gegen Elbert setzte es in den jüngsten sechs Ligaspielen fünf Niederlagen für die SGE. Diese Bilanz soll nun aufgebessert werden, was in Anbetracht der bevorstehenden Duelle gegen zwei Aufsteiger (Burgschwalbach, Wallmenroth), zurzeit punktgleiche Müschenbacher und Schlusslicht Hamm durchaus machbar erscheint. Thorsten Stötzer

Trainertipp der Bezirksliga Ost

Walter Reitz (VfB Wissen)

VfL Bad Ems. SG Weitefeld 2:2

EGC Wirges - VfL Hamm 4:1

SG Westerburg - Müschenbach 1:1

SG Elbert - SG Wallmenroth 2:1

FSV Osterspai - VfB Wissen 0:2

TuS Montabaur - Emm'hain 3:3

SG Ellingen - TuS B'schwalbach 3:1

SG Ahrbach - SG Hundsangen 1:0

Fußball-Bezirksliga Ost
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