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Mainz

Jannik Huth: Das Drittligadebüt bleibt im Kopf

Nur vielversprechende Talente schaffen es in ein Nachwuchsleistungszentrum eines Fußball-Bundesligisten. Lediglich ein Bruchteil der Jungspunde gelangt direkt in den Profibereich. Das Gros der Talente versucht, sich über die Reservemannschaft für höhere Aufgaben zu empfehlen. Einer von ihnen ist Jannik Huth aus Guldental. Der 20-jährige hütet das Tor des zweiten Teams des FSV Mainz 05, für das er in der Dritten Liga schon elfmal gespielt hat und mit dem er den Klassenverbleib anpeilt.

Auf den ersten Blick wie Bundesliga: Der Guldentaler Jannik Huth (in schwarz), der Torwart von Mainz 05, schnappt sich im Duell der Drittligareserven mit Borussia Dortmund den Ball und hält das 0:0 fest. Foto: Imago

Seit Sommer 2013 spielt Jannik Huth in der U23 des FSV Mainz 05. Über die SG Guldental und Hassia Bingen ist er bereits früh bei den 05ern im Jugendbereich gelandet. In der A-Jugend noch Stammspieler, fand er sich in seiner ersten Saison im Amateurbereich des FSV überwiegend auf der Bank wieder. "Der Sprung von der Jugend in den Männerbereich war doch etwas größer als erwartet. Ich musste mich erst mal umsehen. Ich dachte, der Übergang wäre leichter", sagt Huth mit Blick auf die Regionalligasaison 2013/14. "Körperlich ist da auf jeden Fall ein Unterschied. Es ist rauer und abgezockter. Außerdem merkt man, dass die Bälle etwas schneller fliegen als in der Jugend", erklärt der Keeper.

In der laufenden Saison kommt der in Bad Kreuznach geborene Sportler auf deutlich mehr Einsatzminuten: Nachdem sich der als Torwart Nummer drei gelistete Robin Zentner am Meniskus verletzt hatte, erhielt Huth die Chance, einige Pflichtspiele zu bestreiten. In der Dritten Liga absolvierte er bislang elf Partien über die volle Distanz und hinterließ dabei einen ordentlichen Eindruck. "Das hat Jannik gut gemacht. Er kommt rein und strahlt direkt enorm viel Ruhe aus", lobt der Torwart- und Kotrainer der U23, Sven Hoffmeister, seinen Schützling. Über die Fähigkeiten des Guldentalers sagt er: "Neben dieser Ruhe machen Jannik vor allem seine Fangsicherheit und seine spielerische Qualität aus."

Beim Auswärtsspiel gegen die Spvgg Unterhaching am Mittwoch durfte Huth erneut zwischen die Pfosten. Die Mainzer Zweite gewann mit 2:1 und holte wichtige Punkte im Abstiegskampf. Der Rückstand auf einen sicheren Rang beträgt derzeit vier Zähler. In Sachen Klassenverbleib ist Huth optimistisch: "Da ist noch alles drin. Unten ist alles sehr eng beieinander. Wir haben die Klasse, um in der Liga zu bestehen."

Als seinen größten Erfolg betitelt Huth den Aufstieg mit den Amateuren von der Regionalliga in die Dritte Liga im vergangenen Sommer. Als besonderen Moment nennt der Keeper sein Drittligadebüt gegen Holstein Kiel: "Wir haben zwar nur 1:1 gespielt, aber die Partie ist trotzdem im Kopf geblieben."

Diese prägenden Ereignisse erlebte der U23-Torhüter unter dem mittlerweile zum Bundesliga-Trainer der Mainzer aufgestiegenen Martin Schmidt. Angesprochen auf seinen alten Coach kommt Huth sofort dessen fachliche Kompetenz in den Sinn: "Martin Schmidt lebt den Fußball. Der denkt bestimmt 23 Stunden und 59 Minuten am Tag an nichts anderes." Schmidt habe ihm insbesondere im "Spielaufbau von hinten heraus" einiges beigebracht. Ob Schmidt das Potenzial hat, den Verein derart zu prägen wie Jürgen Klopp oder Thomas Tuchel, weiß Huth noch nicht. "Das sind natürlich riesige Fußstapfen, die die beiden hinterlassen haben. Schaffen kann er das bestimmt, allerdings wird das ganz schön schwer", erklärt der Guldentaler.

Huth, der im Mainzer Stadtteil Bretzenheim wohnt, konzentriert sich derzeit komplett auf den Fußball. Nächstes Jahr möchte er aber ein Fernstudium starten, voraussichtlich im Bereich Finanzmanagement. Ob er dann noch beim FSV spielt, steht noch nicht fest. "Mein Vertrag läuft im Sommer aus. Was die Zukunft betrifft, weiß ich noch nichts Genaues. Wenn ich darf, würde ich natürlich gerne bleiben – wenn nicht, kümmere ich mich mit meinem Berater um Alternativen", nimmt der 20-Jährige die Situation recht gelassen. Bis dahin will er sich im Training anbieten und sein Können unter Beweis stellen. "Ich hoffe, dass ich noch mehr Einsätze bekomme. Wenn ich die Chance habe zu spielen, gebe ich alles", gibt er sich kämpferisch.

Bei den Überlegungen, ob der Vertrag mit Huth verlängert wird, sollte sein Arbeitgeber einen Blick auf die Statistik werfen: Sein Konkurrent Bernhard Hendl kassiert alle 30 Minuten einen Gegentreffer, Robin Zentner wird im Schnitt nach 54 Minuten überwunden. Huth hingegen greift in der Regel erst nach 76 Minuten hinter sich. Von unserem Reporter

Fabian Strunk

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