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Rheinland-Pfalz

Portrait Thomas Griese: Umwelt-Staatssekretär steht auf Einstein

Thomas Griese mag Albert Einstein. Vielleicht, weil Politik für ihn immer etwas Relatives hat, vom Standort des Betrachters abhängig ist. Oder aber, weil das größte Genie unter den Physikern ein Freund des Diskurses war, des argumentativen Streits. In dieser Grundhaltung findet sich der neue rheinland-pfälzische Umweltstaatssekretär wieder.

Rheinland-Pfalz. Thomas Griese mag Albert Einstein. Vielleicht, weil Politik für ihn immer etwas Relatives hat, vom Standort des Betrachters abhängig ist. Oder aber, weil das größte Genie unter den Physikern ein Freund des Diskurses war, des argumentativen Streits. In dieser Grundhaltung findet sich der neue rheinland-pfälzische Umweltstaatssekretär wieder.

„Ein Abend, an dem alle einer Meinung sind, ist eigentlich ein verlorener Abend“, sagt der Grünen-Politiker. Dazu passt das berühmte Bonmot des Nobelpreisträgers: „Es ist schwieriger, eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern als ein Atom.“

Der studierte Jurist pflegt einen Freundeskreis, in dem politisch Andersdenkende willkommen sind. Besonders gern erörtert er philosophisch-ethische Fragen – in einem eigenen Gesprächskreis. Der gemeinsame Nenner: Neugierde und Offenheit statt Konformität.

Der Herzliche und die Herbe: Ministerin Höfken holte erfahrenen Polit-Manager nach Mainz

Wer Thomas Griese zum ersten Mal begegnet, erlebt einen herzlichen, aufgeschlossenen Politiker. Er wirkt so ganz anders als die eher spröde auftretende Umweltministerin Ulrike Höfken, die ihn nach Mainz geholt hat. Vielleicht bilden die beiden deswegen ein gutes Gespann.

Griese ist der Mann, auf den Höfken sich voll und ganz verlassen muss. Er hält die Fäden im Ministerium in der Hand, koordiniert die politische Arbeit, führt das Personal, wirkt also viel nach innen. Zudem vertritt er seine Ministerin bei nachrangigen Terminen. Er ist zweifelsfrei Höfkens engster Mitarbeiter und Mitstreiter.

Mit dem Juristen aus Aachen hat sich die neue Umweltministerin einen erfahrenen Polit-Manager an Bord geholt. Denn Griese hat in Nordrhein-Westfalen bereits zehn Jahre als Umwelt- und Landwirtschaftsstaatssekretär hinter sich (1995 bis 2005). Und das in einer Phase, in der eine machtbewusste SPD – zumindest anfänglich – überhaupt keine Bereitschaft zeigte, mit ihrem grünen Koalitionspartner eine wirkliche Partnerschaft auf Augenhöhe einzugehen.

„Das habe ich in den rot-grünen Verhandlungen hier in Mainz ganz anders erlebt“, sagt der promovierte Arbeitsrechtler. Auch das trug dazu bei, dass er sich für die Aufgabe im rheinland-pfälzischen Umweltministerium entschieden hat. Zudem gefällt Thomas Griese Mainz. „Ich mag das Familiäre dieser Stadt, die kurzen Wege. Das ist ganz anders als in Düsseldorf“, schwärmt er. Zudem liegt ihm die eher ländlich geprägte Struktur von Rheinland-Pfalz.

Denn Griese ist ein bekennendes „Landei“. Auf dem elterlichen Bauernhof in Westfalen aufgewachsen, hat er das Geschäft der Landwirtschaft von der Pike auf gelernt. Noch als Student fuhr er Mähdrescher, um sich etwas dazuzuverdienen. Zu den Grünen fand er indes über die Anti-Atom-Proteste und sein Engagement für den Naturschutz.

Fester Blick nach vorn: In der Zukunft leben

Und nun blickt er nach vorn: auf die Energiewende, die Rheinland-Pfalz schaffen will, auf eine Agrarpolitik, die schonend mit der Umwelt umgeht. Und auch hier könnte man mit Einstein formulieren: „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“

Von unserem Redakteur Dietmar Brück

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