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,Simmern

Neusser: Wir haben Geschichte geschrieben

19.06.2017, 16:59 Uhr

Harald Neusser war stolz. Konnte er auch sein, denn der „30. Battle of the Hunsrück“ in Simmern war mit 16 Nationen und 1486 Starts (wir berichteten) einmal mehr eine Veranstaltung, die ihresgleichen sucht – und das nicht nur in Deutschland, sondern in Europa. Auch weltweit braucht sich die Kreisstadt-Veranstaltung nicht zu verstecken.

Wenn Neusser, Chef des Simmerner Shodan Gyms, das heuer 25 Jahre alt wurde, Bilanz zieht, sagt er ohne Umschweife: „Wir haben hier Geschichte geschrieben.“ Und das auch mit dem Rückkampf zwischen Don „The Dragon“ Wilson und Ferdinand „Supermack“ Mack., der unentschieden endete und nicht wie 1989 in Berlin mit einem Sieg Wilsons. Der späte Hauptkampf zwischen Wilson und Ferdinand Mack stand nicht mehr ganz im Zeichen des Erfolgs. Schließlich trafen hier 120 Lebensjahre aufeinander. „Es ging heute nicht ums Gewinnen, sondern zu zeigen, was man im Alter noch kann“, sagte der elfmalige Weltmeister Wilson. „Vor 28 Jahren habe ich unglücklich in Berlin verloren. Zwei Jahre später aber den Titel gewonnen. Heute Abend werden wir nicht ans Limit gehen“, fügte Mack vor dem Kampf hinzu. Neusser war dennoch begeistert: „Es war klasse, was die zwei alten Hasen geboten haben, eine ganz tolle Nummer.“ Und die boten sie unter anderem vor den Augen von Gerald Curry, Neussers Mentor, der nach 26 Jahren aus den Staaten wieder in den Hunsrück kam. „Gerald war richtig stolz darauf, was aus seiner Veranstaltung geworden ist“, berichtete Neusser, der beim damaligen Offizier der Hahner Air-Base alles gelernt hatte in dem Sport, den er heute vorantreibt wie kaum ein Zweiter.

Es ging aber nicht nur um den ganz großen Sport in den Hallen am Schulzentrum, in denen 19 Mattenkampfflächen und drei Boxrunge aufgebaut worden waren. Uwe Johannsen, Trainer aus Baiersbronn im Schwarzwald, hatte andere Gründe als das reine Erfolgserlebnis, weshalb er mit seinen Kämpfern angereist war: „Seit zehn Jahren kommen wir hierher. Die internationale Besetzung in Simmern bietet uns gute Vergleiche. Zur WM brauchen wir gar nicht zu fahren deswegen“, erklärte der Coach. Das tun aber die Simmerner – und zwar geht es Ende August nach Irland. Ende in Simmern war am Samstag erst spät. Nach dem Duell Wilson gegen Mack, das um 21.30 Uhr begann und nach fünf Runden beendet war, spielten die Musiker „Yusufs Erben“ lange auf, erst nach Mitternacht war endgültig Schluss. mb/ro

Regionalsport extra (J)
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